Rund 190.000 Euro Schaden soll einer Tiroler Firma durch die Malversationen entstanden sein, nun stand ein Mitarbeiter vor Gericht. Es war offenbar ein finanzieller Strudel, aus dem der Angeklagte (30) nur noch einen Ausweg sah.
Der Kfz-Aufbereiter bediente sich im Reifenkeller seines Arbeitgebers selbst. Das Prozedere, das zum Prozess in Innsbruck führte, war zwischen Jänner 2020 und Mai 2023 stets dasselbe. Die insgesamt 73 Kompletträdersätze – sowohl gebraucht als auch neu – wurden vom Angeklagten abtransportiert, in einer nahe gelegenen Garage zwischengelagert, unter anderem über eine Internetplattform feilgeboten und verkauft.
Der angeklagte Schaden summierte sich letztlich auf 189.213 Euro.
Mit den Verkäufen wollte ich mir diese Sucht finanzieren.
Der Angeklagte
Online-Zockerei soll Auslöser gewesen sein
„Ich möchte mich entschuldigen“, sagte der nervös wirkende Deutsche. Ihm seien die durch seine Online-Spielsucht verursachten Schulden über den Kopf gewachsen. „Mit den Verkäufen wollte ich mir diese Sucht finanzieren“, murmelte er vor dem Schöffensenat. Er sei aber gewillt „alles in den Griff zu bekommen“. Am Ende gab es für den vierfach einschlägig Vorbestraften 18 Monate Haft, davon sechs unbedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Der Vorbestrafte dankte für das „milde Urteil“
Wohl auch aufgrund seines getrübten Vorlebens, was eigentlich erschwerend wirkt, bedankte sich der 30-Jährige nach dem Urteil bei Richter Andreas Mair für das „milde Urteil“. Dies ermögliche ihm nun „an sich zu arbeiten“. Auch die Staatsanwältin hatte zuvor bereits in ihrem Eröffnungsplädoyer in eine ähnliche Kerbe geschlagen: „Der Angeklagte ist ja auch geständig.“
Seine Verteidigerin hatte auf eine Gegenausführung verzichtet und erkannte später die Schadenssummen der Privatbeteiligtenvertreter nach kurzer Beratung mit ihrem Mandanten an. Die Rückzahlungen werden wohl ein Kraftakt.








Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.