Mit Glasfaserleitung

Grazer Forscher können Hangrutschungen messen

Steiermark
12.07.2023 10:45

Hangrutschungen und Steinschläge werden immer öfter zu einer Bedrohung für Mensch und Infrastruktur. Je früher und genauer Gefährdungen erkannt und beobachtet werden können, desto besser lassen sich Schäden vermeiden. Ein Team der TU Graz hat jetzt eine Messmethode entwickelt, die Glasfaserleitungen nutzt, um derartige Ereignisse lokalisieren zu können. 

Durch Veränderungen in der Wellenlänge von Lichtimpulsen in Glasfaserleitungen messen Forschende der TU Graz, wo Steine herabfallen, Hänge rutschen, Brände entstehen oder die Erde bebt. Die neue Messung stellt einen erheblichen Vorteil gegenüber konventionellen Messmethoden dar und wird etwa bereits zur Überwachung von Tunnelschalen im Koralmtunnel eingesetzt. 

Hohe Sensitivität
Durch die hohe Sensitivität der Messungen ließ sich auf einer Glasfaser-Teststrecke zwischen Campus Alte Technik und Campus Neue Technik der TU Graz sogar das schwere Erdbeben in der Türkei und Syrien im Februar 2023 detektieren. Prinzipiell kann die Messmethode überall zur Anwendung kommen, wo Glasfaserleitungen vorhanden sind.

Messungen im Nanometerbereich
„Wie wir sowohl im Labor- als auch bei Feldmessungen gezeigt haben, liegt die Sensitivität unserer Messungen im Nanometerbereich, wodurch bereits kleinste Veränderungen detektiert werden können“, erklärt Werner Lienhart, Leiter des Instituts für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme der TU Graz. Um ein Ereignis wie einen Steinschlag, Bergsturz oder Hangrutsch zu erkennen, muss es nicht in unmittelbarer Nähe der Glasfaser auftreten. Es können sogar Änderungen detektiert werden, die einige hundert Meter daneben geschehen.

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