27.11.2011 08:25 |

Nach NATO-Angriff

USA sollen Stützpunkt in Pakistan räumen

Nach einem Angriff von NATO-Kampfhubschraubern auf einen pakistanischen Militärposten an der Grenze zu Afghanistan, bei dem mindestens 24 pakistanische Soldaten getötet wurden, hat Islamabad als erste Reaktion am Samstag die Grenze für NATO-Transporte nach Afghanistan gesperrt. Zudem soll die Regierung die USA zur Räumung eines strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkts aufgefordert haben, wie der US-Sender CNN berichtete.

Bei dem Angriff wurden mindestens 24 pakistanische Soldaten getötet. Andere offizielle Quellen sprachen sogar von 26 Toten. Zwischen 13 und 27 Soldaten wurden verwundet. Die Regierung und die Armeeführung verurteilten den Angriff. Die Kampfhubschrauber hätten die Militärposten im Stammesgebiet Mohamad "ohne vorherige Provokation" angegriffen, sagte ein pakistanischer Armeesprecher.

Wie CNN unter Berufung auf eine Stellungnahme der pakistanischen Regierung berichtete, sollen die USA nun die Flugbasis in Shamsi im Südwesten des Landes innerhalb von 15 Tagen räumen. Von dort starten auch US-Drohnen. Gleichzeitig kündigte die Regierung an, die Beziehungen zu den USA und der NATO zu überprüfen.

USA um Schadensbegrenzung bemüht
Das Verhältnis zwischen Islamabad und Washington ist seit längerer Zeit angespannt. US-Drohnenangriffe gegen angebliche Taliban-Stützpunkte in Pakistan rufen in der Bevölkerung Wut hervor. Die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden im Mai in der pakistanischen Stadt Abbottabad durch US-Einheiten verschlechterte das Verhältnis weiter.

Die USA bemühen sich unterdessen um Schadensbegrenzung. Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Leon Panetta sprachen der pakistanischen Regierung ihr "tiefstes Beileid" aus. Die beiden Minister hätten ihre "volle Unterstützung" für eine "sofortige Untersuchung" des Vorfalls durch die NATO zugesichert, hieß es in einer in der Nacht zum Sonntag in Washington verbreiteten Erklärung. Außerdem hätten die US-Vertreter in Islamabad betont, dass sie zur amerikanisch-pakistanischen Partnerschaft stünden, die den Interessen beider Seiten diene. Dazu zähle die Bekämpfung des Terrorismus in der Region.

NATO-Befehlshaber verspricht Untersuchung
Die Internationale Schutztruppe in Afghanistan ISAF bestätigte den Vorfall. NATO-Truppen seien "höchstwahrscheinlich" verantwortlich für den Tod von Soldaten, sagte ein NATO-Sprecher nach Angaben des Nachrichtensenders BBC. Der Befehlshaber der NATO-Truppen in Afghanistan, US-General John Allen, versprach eine Untersuchung. "Dieser Vorfall hat meine höchste persönliche Aufmerksamkeit und meine Verpflichtung zu einer genauen Untersuchung, um die Fakten zu klären", sagte Allen.

Der betroffene pakistanische Stützpunkt Salala liegt in einem abgelegenen Gebiet, das die radikal-islamischen Taliban als Rückzugsraum nutzen. Nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen sollen Extremisten diese Route zur Infiltration nach Afghanistan nutzen.

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