Extremes Wetter gilt als schlimmste Folge des Klimawandels. Der nun erscheinende UNO-Sonderbericht "Extremwetter" soll unter Zuhilfenahme Tausender Klimastudien eine Analyse, mit welchen Wetter-Katastrophen die Menschheit künftig rechnen muss, liefern.
Zugrundegelegt wird eine Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um vier bis fünf Grad bis zum Jahr 2100. Da sich das Land stärker aufheize als das Meer, könnten es dort dann mehr als sechs Grad sein. Vor allem in Südeuropa werde das Risiko für Hitzewellen zunehmen. Im Osten und Süden Deutschlands - und somit auch in Österreich - könnten die Temperaturen im schlimmsten Fall fast 50 Grad erreichen, warnt der deutsche Klimaforscher Mojib Latif, der den Bericht vorab einsehen konnte. "Unser ganzes Leben könnte total auf den Kopf gestellt werden", so der Wissenschaftler gegenüber dem Deutschlandradio.
Karibische Wirbelstürme im Mittelmeer
Im Norden könnten die Temperaturen oftmals auf weit über 30 Grad Celsius steigen, zudem seien dort mehr heftige Gewitter und Tornados zu erwarten. "Und im Mittelmeer kann es zu Wirbelstürmen kommen, wie man sie dort bisher noch nicht kennt, ähnlich denen in der Karibik", so der Wissenschaftler. In Afrika werde es laut Latif bei einem solchen Temperatursprung häufiger verheerende Dürren geben, in Süd- und Südostasien mehr zerstörerische Regenstürme.
Die finanziellen Folgen solcher Extremwetterereignisse seien riesig, schon für ein einzelnes könnten sie Milliarden von Euro erreichen, sagte Latif. Beispiele wie die Flut in Pakistan zeigten, dass es viele Jahre dauern könne, bis sich ein Land davon erholt habe. Auch die weltweite CO2-Bilanz für 2010 sei wieder erschreckend, es habe sogar den stärksten Zuwachs gegeben, seit die Zahlen erhoben werden. "Es ist verrückt: Es passiert genau das Gegenteil von dem, was hätte passieren müssen", kritisiert der Klimaforscher.
Rot-weiß-rote Klimaallianz schlägt Alarm
Rechtzeitig vor der anstehenden UNO-Klimakonferenz in Durban Anfang Dezemeber haben sich deshalb in Österreich Umweltärzte, Aktivisten von Care, dem WWF, des Roten Kreuzes, den Naturfreunden, Greenpeace, GLOBAL 2000, der Arche Noah und sogar die Dreikönigsaktion mit zahlreichen weiteren Organisationen zur rot-weiß-roten Klimaallianz vereint.
"Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend", warnt Johannes Wahlmüller von GLOBAL 2000. Laut Daten der Internationalen Energieagentur müsse bis dorthin feststehen, ob es ausreichende Bemühungen gibt, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad plus zu beschränken. Allein: Bereits auf nationaler Ebene hat man in Österreich keine besonderen Ambitionen gezeigt, den CO2-Ausstoß ausreichend zu beschränken, kritisieren die Umweltorganisationen.
Berlakovich zum Handeln aufgefordert
Die Ziele im Kyoto-Protokoll werden aller Voraussicht nach nicht erreicht werden, für danach gibt es lediglich eine Festlegung innerhalb der EU-Ziele für 2020, mahnen die Experten der Öko-Allianz. Diese sind für Österreich allerdings so niedrig ausverhandelt, dass das Land theoretisch sogar mehr CO2 ausstoßen dürfte als bisher, kritisiert Wahlmüller. Der GLOBAL-2000-Experte fordert Umweltminister Niki Berlakovich dazu auf, seine ablehnende Haltung gegenüber den ambitionierten Klimazielen der EU aufzugeben.










Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.