PC-Strategiespiel

Nur für wahre Helden: "Might & Magic: Heroes VI"

Spiele
16.11.2011 13:31
Fünf lange Jahre ist es her. Die Schwerter und der Harnisch rosten vor sich hin, die Blätter mit den magischen Sprüchen sind vergilbt und das Wissen um die glorreichen Schlachten der Vergangenheit verblasst immer mehr. Doch nun ist die Zeit gekommen, die Pferde zu satteln, die Waffen zu polieren und neue Helden durch die Lande zu begleiten, denn mit "Might & Magic Heroes VI" warten neue, spannende Abenteuer.

Die Geschichte beginnt 400 Jahre vor dem letzten Teil der fast schon legendären Echtzeitstrategiespiel-Serie. Im Mittelpunkt steht die Greifendynastie, die eine erbitterte Abwehrschlacht gegen das Dämonenheer eines gefallenen Erzengel-Generals führt. Bei diesem heroischen Unterfangen findet Greifenherzog Pavel tragischerweise den Tod, doch sichert er damit zugleich den Fortbestand der Dynastie. Seine Tochter Svetlana übernimmt die Regentschaft und damit die Aufgabe, ihren Bruder für die Thronübernahme vorzubereiten. Es folgt ein weiterer äußerst verlustreicher Krieg. Als sich die Schwaden über den Schlachtfeldern langsam lichten, die Toten betrauert und begraben sind, stehen die fünf Kinder Slavas vor neuen großen Herausforderungen.

Runde für Runde dem Ziel entgegen
Besagter Slava, seines Zeichens Herzog, steht im Mittelpunkt der Vorgeschichte, die in Form eines spielbaren Prologs den Auftakt zur umfassenden Kampagne bildet. Das rundenbasierte Spielprinzip wurde dabei nicht angetastet, womit "Might & Magic Heroes VI" einen Kontrapunkt zur Mehrheit der Echtzeitstrategiespiele setzt. Dies bedarf allerdings auch einer gewissen Umstellung, da nun Entscheidungen in Ruhe und wohlüberlegt getroffen werden können und auch müssen.

Ungewohnt ist vor allem, dass die Spielfigur nicht beliebig weit auf der Karte gezogen werden kann, sondern nur eine bestimmte Anzahl an Bewegungspunkten zur Verfügung steht. Danach wird die Runde beendet und die nächste begonnen. Zu entdecken gibt es dabei genug. Neben zahlreichen Nebenmissionen, die erfüllt werden können, warten seltene Dynastieartefakte und verschiedene Bonusgegenstände darauf, entdeckt zu werden. Bevor man jedoch an diese gelangt, müssen erst ihre Bewacher eliminiert werden.

Rohstoffe als Schlüssel zum Erfolg
Primär geht es jedoch wieder darum, Rohstoffe zu sammeln und die entsprechenden Produktionsstätten zu erobern. Neu ist deren Verknüpfung mit einer Stadt oder einem Vorposten. Diese müssen erobert worden sein, damit die Rohstoffe unabhängig vom Aufenthaltsort des Helden produziert werden. Dieses taktische Element gewinnt insbesondere bei Multiplayer-Partien einiges an Bedeutung, denn um Schlachten erfolgreich bestreiten zu können, bedarf es ausgebildeter Soldaten, die wiederum in den Städten - die durch die Errichtung von Gebäuden stetig ausgebaut werden können - oder Vorposten rekrutiert werden.

Deckung entscheidet über Sieg oder Niederlage
Die Kämpfe haben sich insofern verändert, als dass nun wieder jede Seite strikt abwechselnd zum Zug kommt. Diese Maßnahme ist sehr zu begrüßen, da sich dadurch die taktische Umsetzung der eigenen Schlachtpläne wesentlich einfacher gestaltet. Neu ist die Möglichkeit, vorhandene Deckung nutzen zu können. Leider betrifft das nicht die KI-gesteuerten Einheiten, die diesen taktischen Vorteil konsequent ignorieren. Ganz generell gilt, dass unüberlegtes Vorgehen sofort bestraft wird. Besonders bei Belagerungsmissionen, bei denen zuerst Tore oder Mauern eingerissen werden müssen, bevor die Einheiten in den Nahkampf geschickt werden können, ist taktisches Kalkül unerlässlich.

Umfangreicher Einzel- und Mehrspieler-Part
Nach dem Prolog mit Herzog Slava beginnt das Spiel eigentlich erst richtig. Jedes seiner fünf Kinder steht einem anderen Volk vor. Dazu zählen Menschen, Wasserkreaturen, Untote, Feuerwesen und Orks. Die Reihenfolge, in der die Kampagnen absolviert werden, ist frei wählbar. Will man alle durchspielen, sollte jedenfalls eine Menge Freizeit vorhanden sein. Im Spiel stehen nämlich auch Entscheidungen an, die auf den weiteren Verlauf Einfluss haben. Somit lohnt sich für Fans auch das mehrmalige Spielen des Einzelspieler-Parts. Außerdem könnte der gute Multiplayer-Modus dazu führen, dass die Einzelspieler-Kampagnen überhaupt für längere Zeit links liegen gelassen werden.

Grafisch präsentiert sich "Might & Magic Heroes VI" auf der Höhe der Zeit, ohne aber übermäßig zu glänzen. Wieso dafür derart hohe Hardwareanforderungen notwendig sind, bleibt somit etwas rätselhaft. Sensationell gut ist hingegen die musikalische Untermalung gelungen, die perfekt zum Spiel passt. Das Lob gilt auch den deutschen Synchronsprechern, die ebenfalls gute Arbeit geleistet haben. Als Folge davon taucht man schon nach wenigen Minuten in die Welt von Might & Magic ab, um erst viele Stunden später wieder in die Realität zurückzukommen.

Fazit: Die Durststrecke für Fans der Serie war sehr lange, die Warterei hat sich allerdings gelohnt. "Might & Magic Heroes VI" ist nicht bloß ein Vorgänger mit aktueller Technik, sondern beinhaltet sinnvolle Verbesserungen, die sich wohltuend auf die Spielbarkeit auswirken. Sowohl Einzelspielern als auch Multiplayer-Anhängern werden umfangreiche Möglichkeiten zum Austoben geboten. Durch das rundenbasierte Spielprinzip hebt sich "Might & Magic Heroes VI" positiv von der Masse ab und beweist, dass dieses Genre zwar schon totgesagt, aber trotzdem noch immer quicklebendig ist.

Plattform: PC
Publisher: Ubisoft
krone.at- Wertung: 9/10

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