Fischer dankte in einer ersten Stellungnahme dem Papst für das Vertrauen, das er ihm mit der Ernennung und während der vergangenen Jahre entgegengebracht habe, sowie für die Entlastung durch die altersbedingte Entbindung von den Amtspflichten. "In besonderer Weise" danke er auch seinem Generalvikar Benno Elbs. "Er hat mich großartig unterstützt", so Fischer. Elbs gilt als einer der Favoriten auf die Nachfolge im Bischofsamt. Vorerst aber scheidet er gemeinsam mit dem Bischof aus seinem Amt.
Probleme durch umstrittene Aussagen
Fischers Zeit als Bischof von Feldkirch war dominiert von einer tiefen Kluft zur medial geprägten Informationsgesellschaft, von Missverständnissen und umstrittenen Aussagen. Unter anderem polarisierte der streng konservative Fischer mit seiner Meinung, dass Ohrfeigen "für junge Menschen hilfreich" sein können (was er später wieder zurücknahm). 2009 war die öffentliche Entrüstung groß, als Fischer Homosexualität für heilbar erklärte. Die tags darauf folgende Entschuldigung - "Ich ging von einem offenkundig nicht mehr letztaktuellen wissenschaftlichen Stand der Literatur aus" - konnte die Wogen kaum glätten.
Abtritt nach der Lamprecht-Seligsprechung
Während Fischer am Dienstag nicht auf negative Aspekte der Vergangenheit einging, nannte er einige Initiativen, die ihn im Rückblick mit großer Freude erfüllten, etwa die Seligsprechungsfeier für Carl Lampert am vergangenen Sonntag (siehe Infobox). Er hoffe, dass diese "noch viel Gutes in unseren Herzen und im Leben des Landes bewirken möge".
Im mehrjährigen Gesprächsprozess "Die Wege der Pfarrgemeinden" seien wichtige Grundlagen für die Pastoralarbeit in der Diözese erarbeitet worden. Darüber hinaus habe es viele Initiativen in der Glaubensverkündung, Nächstenliebe, Solidarität und zur Stärkung von Ehe und Familie gegeben. Dem allem wünsche er "weiterhin ein gutes Reifen und reiche Frucht". Sein Dank gelte allen kirchlichen Mitarbeitern. "Ich sehe in ihrem Tun und ihrem Gebet verwirklicht, was ich mir zu meinem Wahlspruch als Bischof gemacht habe: Das Reich Gottes suchen."
Erst dritter Bischof der Diözese Feldkirch
Fischer war nach Bruno Wechner und Klaus Küng der erst dritte Bischof der Diözese Feldkirch, die seit 1968 besteht. Fischer war 1989 vom damaligen Bischof Küng zum Generalvikar ernannt worden. Nach Küngs Ernennung zum Diözesanbischof von St. Pölten im Herbst 2004 wurde Fischer zum "Ständigen Vertreter des Apostolischen Administrators der Diözese Feldkirch" - 2005 wurde Fischer zum Feldkircher Diözesanbischof ernannt, seine Weihe erfolgte am 3. Juli 2005.
Neuer Bischof nach Übergangszeit
Das sogenannte Konsultorenkollegium wird nun innerhalb von acht Tagen einen interimistischen Leiter für die Diözese wählen. Diesem Gremium gehören zehn Priester an, geleitet wird es vom der Weihe nach ältesten Priester, dem im Ruhestand befindlichen Pfarrer Eugen Giselbrecht. Der Diözesanadministrator wird dann die Diözese leiten, bis ein neuer Bischof in Amt und Würden ist.
Der Papst wird den Kandidaten schriftlich über seine bevorstehende Ernennung informieren und innerhalb von drei Monaten weihen - innerhalb von vier Monaten muss der Neo-Bischof die Aufgaben und Pflichten des Amtes übernehmen.










Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.