Betriebsrat erzürnt

10% Gehaltsplus für ORF-Bosse dank Bonus-Trick?

Österreich
10.11.2011 18:03
Die ORF-Direktoren bekommen neue Bonus-Regelungen. Bisher gab es 15 Prozent des Gehalts als variablen Bestandteil, wenn bestimmte Unternehmensziele erreicht wurden. Dieser Anteil soll nun deutlich sinken, dafür bekommen die Direktoren und der Generaldirektor einen fixen Aufschlag. Wie einzelne Stiftungsräte berichteten, soll dieser zehn Prozent ausmachen. Der Gesamtbetriebsrat schäumt über die Maßnahme: "Wir bluten und sie prassen."

Die Boni werden künftig nicht mehr jährlich berechnet, sondern alle fünf Jahre. Der Rechnungshof habe langfristige Ziele gefordert, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Wie viel die Direktoren künftig verdienen, werde jedoch nicht kommuniziert, so Wrabetz. Laut einem Rechnungshofbericht aus dem Jahr 2008 haben die 16 ORF-Direktoren - Geschäftsführung inklusive Landesdirektoren - im Jahr 2008 durchschnittlich 253.400 Euro erhalten. "Ich werde im nächsten Jahr sicher nicht mehr verdienen als heuer", betonte der Generaldirektor aber.

Unterm Strich sollen die Kosten für die Direktoren sogar um ein Viertel sinken, betonte Wrabetz. Die Einsparung ergebe sich sowohl aus der verkleinerten Geschäftsführung - künftig werden vier statt sechs Direktoren im Amt sein - als auch aus den niedrigeren Einstiegsgehältern der neuen Landesdirektoren. In den Bundesländern hatte es mehrere Um- und Neubesetzungen gegeben.

Betriebsrat: "Wir bluten und sie prassen"
Der Gesamtbetriebsrat mag das alles nicht so recht glauben. Obmann Gerhard Moser übte noch am Donnerstag heftige Kritik an der "automatischen Gehaltserhöhung von zehn Prozent" für die Direktoren. Dies zeige "deutlich die Abgehobenheit der Führungsebene, die sich in Zeiten des Sparzwangs zehn Prozent auf die Gehälter drauflegt", wetterte er. "Wir bluten und sie prassen", so Moser nach der Sitzung zu Journalisten. Er lehne eine Prämienregelung generell ab, betonte er.

Kein Thema im Stiftungsrat war eine allfällige Erhöhung der Rundfunkentgelte. ORF-Chef Wrabetz zeigte sich zu dem Thema betont zugeknöpft. "Es gibt keine Überlegungen", sagte er. Ob er einen Antrag auf Anpassung der Gebühren noch heuer ausschließe? "Ich schließe es für keinen Zeitpunkt aus." Jedenfalls werde sich eine allfällige Erhöhung - der ORF betont, dass es sich lediglich um "Anpassungen" handle - unter der Inflationsgrenze bleiben, also keine reale Anhebung darstellen.

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