UNO-Erhebung

Mehr als 3.500 Tote in Syrien - Militär mordet weiter

Ausland
08.11.2011 14:34
Die syrische Bevölkerung hat seit Beginn der Proteste gegen die Regierung einen hohen Blutzoll gezahlt. Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen bezifferte die Zahl der Toten in den vergangenen acht Monaten am Dienstag auf mehr als 3.500. Das Militär setzte seine Offensive gegen Oppositionelle unterdessen fort.

Nach der Hochburg der Regimegegner Homs nahm das Militär Angaben von Aktivisten zufolge die Stadt Hama unter Beschuss. Als die Streitkräfte die Stadt stürmten, seien drei Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden, hieß es.

Ein Oppositioneller sagte der Nachrichtenagentur dpa, Schlägertrupps des Regimes gingen von Haus zu Haus und verhafteten Menschen. Der Strom sei ausgeschaltet, Telefon und Internet funktionierten nicht mehr. Auch acht Soldaten wurden Menschenrechtlern zufolge in der Provinz Idlib vermutlich von Deserteuren aus der syrischen Armee getötet. Aufgrund der Medienblockade lassen sich Berichte aus Syrien oft nicht überprüfen.

Aufruf zum Generalstreik am Donnerstag
Unterdessen rief der Nationalrat der syrischen Opposition zu einem Generalstreik am Donnerstag auf, um gegen das brutale Vorgehen der Regierung zu protestieren und die Arabische Liga zu drängen, sich stärker für den Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen.

Deutschland und Frankreich drohen Assad
Wegen der andauernden Gewalt drohte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle der Assad-Regierung mit weiteren Sanktionen. Er kündigte auch an, den Druck auf das Assad-Regime im Zusammenwirken mit der Arabischen Liga weiter zu erhöhen zu, wenn die syrische Führung die Gewalt gegen das eigene Volk nicht einstelle.

Sein französischer Amtskollege Alain Juppé erklärte die Friedensinitiative der Arabischen Liga für gescheitert und brachte eine Anerkennung des Nationalrats der syrischen Opposition durch Frankreich ins Gespräch.

Die am vergangenen Mittwoch beschlossene Initiative der Arabischen Liga sah vor, dass Syrien innerhalb einer Frist von zwei Wochen das Militär aus den Städten abzieht. Das Blutvergießen ging aber weiter. Die Organisation kommt deshalb am Samstag zu einer Krisensitzung in Kairo zusammen.

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