G-20-Gipfel in Cannes

Großes Obama-Lob für "Führungskraft Angela"

Ausland
03.11.2011 14:28
Überschattet von der Euro-Schuldenkrise und den jüngsten Entwicklungen in Griechenland hat am Donnerstag im südfranzösischen Cannes der Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer begonnen. Gleich zu Beginn forderte US-Präsident Barack Obama die Europäer auf, ihre Schuldenprobleme zu lösen. Gleichzeitig verteilte er aber auch großes Lob an die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. "Ohne die Führungskraft Angelas hätten wir nicht die Fortschritte erzielt, wie wir sie auf dem Euro-Gipfel vom 27. Oktober erreicht haben", erklärte er.

Er arbeite gerade deshalb gerne mit Merkel zusammen und bewundere sie, weil sie mit gesundem Menschenverstand an die Probleme und ihre Lösung herangehe, sagte Obama. Die Kanzlerin selbst erklärte, zwischen den USA und Deutschland gebe es viele gemeinsame Interessen. Das G-20-Treffen biete die Chance, nicht nur über die Entwicklungen in Europa zu sprechen, sondern in der gesamten Welt.

Bereits vor Beginn des Gipfels war Merkel am Mittwoch nach Cannes gereist, wo sie mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und anderen EU-Vertretern über die Euro-Krise beriet. Griechenland soll nun sein Referendum über das neue Hilfspaket möglichst schnell, Anfang Dezember, abhalten. Bis dahin soll es keine weiteren Hilfsgelder für das überschuldete Land mehr geben. Auch ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist nun kein Tabu mehr (siehe auch Infobox).

G-20 berechnen Kosten der griechischen Staatspleite
Laut einem hochrangigen Vertreter rechnen die G-20 derzeit auch die Kosten einer Staatspleite Griechenlands durch. Zugleich analysiere man auch genau die Folgen, die bei einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone drohten. "Man muss alle Szenarien durchspielen, die G-20 prüfen daher intern auch die Kosten eines plötzlichen Zahlungsausfalls." Man gehe jedenfalls davon aus, dass die Märkte noch einige Zeit turbulent blieben, selbst wenn Griechenland in der Euro-Zone bleibe, sagte der Vertreter weiter.

Als Schwerpunktthemen des G-20-Gipfels sind jedenfalls die Entwicklung der Weltwirtschaft, eine Reform des internationalen Währungssystems und eine weitere Regulierung der Finanzmärkte geplant. Weil die schweren Turbulenzen in der Euro-Zone aber praktisch alles andere überlagern, rücken wichtige sonstige Themen der G-20 diesmal in den Hintergrund. Dazu gehören die Rohstoff- und Nahrungsmittelsicherheit, Fragen der Infrastruktur und des Handels oder die Doha-Runde.

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