Ein Kommentar von „Salzburg-Krone“-Chefredakteur Claus Pándi über die Koalitionsverhandlungen.
Der Witz zählt vielleicht zu den ältesten politischen Scherzen, aber für einen Lacher taugt er noch immer. Der Witz geht so: „Über Posten wird erst am Ende geredet.“ Eine Variante der Pointe: „Es geht nicht um Ämter, es geht um die Sache.“
Zu vorgerückter Stunde im Wirtshaus hat jeder schon einmal angestaubte Scherze lustig gefunden. Aber man kann es auch übertreiben. Die Zeit ist zu ernst für diesen Humor. Die Politik darf sich auch nicht mehr darauf verlassen, dass alles vergessen wird. Zu deutlich in Erinnerung sind noch die vor gar nicht langer Zeit an die Öffentlichkeit gespielten Geheimpapiere, die zeigen, wie sich Türkis-Blau und danach Türkis-Grün die Posten im Land aufteilten.
Da ging es nicht allein um die Ministerämter. Da wurden auf mehrseitigen als „Sideletter“ bezeichneten Zusatzpapieren so gut wie fast alle einflussreichen oder hoch dotierten Funktionen der Republik unter den Parteien ausgemacht. Wünsche für Höchstrichterstellen wurden deponiert, die Besetzung in staatsnahen Unternehmen von der Österreichischen Nationalbank bis zu ORF-Aufsichtsratsposten sind in den Hinterzimmern verhandelt worden.
Das lag und liegt daran, dass sich die Parteien nicht über den Weg trauen und man ein Gleichgewicht der Macht - oder des Schreckens - herstellen will. Mit alten Witzen lassen sich die Methoden der Politik nicht wegblödeln. Man tut das nicht. Schon aus Respekt vor den Wählern








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