Designerin Alexandra Kegele aus Bürs feiert heuer mit ihrem Label 25-jähriges Bestehen. Der „Krone“ hat sie von den Höhen und Tiefen ihrer Karriere berichtet.
„Das Schneiderhandwerk ist wie ein Kind für mich. Ich habe alles dafür investiert“, berichtet Alexandra Kegele. 1998 eröffnete sie als jüngste ihrer Zunft eine kleine Maß- und Änderungsschneiderei in der Bludenzer Innenstadt. Mit viel Herzblut und Kreativität gewann sie bald Kunden. Und auch der nachhaltige Gedanke spielte schon damals eine Rolle: „Damit sich mehr Kunden ins Geschäft trauen, setzte ich auf Fashion Recycling.“ Neben ihrer eigenen Kollektion peppte sie alte Lieblingsstücke auf oder nähte sie nach. „Das mache ich heute noch.“
Dass Maßmode langlebig und zeitlos ist, beweist ein Blick auf frühere Kollektionen. Handwerklich habe sich diese zwar weiterentwickelt, aber „es kommt in der Mode alles wieder“. Die hochwertige Qualität macht sich eben doch bezahlt. Das zeigt sich auch bei ihren Stammkunden, die sie seit Jahren begleiten und sich generationenübergreifend bei ihr textile Träume erfüllen. „Es ist schön, wenn man die Tradition, zum Schneider zu gehen, weitergibt. Und ich glaube, dass es auch wieder stärker kommt.“
Ständige Weiterentwicklung
Ihr breites Fachwissen gibt Alexandra Kegele seit zwölf Jahren an der HTL Dornbirn weiter. „Ich möchte mich stets weiterentwickeln. Durch die Arbeit mit meinen Schülern lerne ich ständig dazu.“ Ihr Ansporn sei es aber auch, dass die jungen Textiler aus ihren Fehlern lernen. „Ich plaudere gerne aus dem Nähkästchen. Ich habe auch erkennen müssen, dass es als Unternehmerin nicht reicht, nur schön nähen zu können.“
Ich habe auch erkennen müssen, dass es als Unternehmerin nicht reicht, nur schön nähen zu können.
Alexandra Kegele
So stand ihr Geschäft kurz auf der Kippe, als sie zu viel wollte und sich von ihren Wurzeln entfernte. „Ich habe bald gemerkt, dass ich mich wieder auf mein eigentliches Handwerk besinnen muss“, gibt Kegele heute zu. Nach einem Ausflug nach Feldkirch und einem kurzen Abstecher in die Gastronomie ist sie final in ihrem Atelier in Bürs gelandet.
Faszination für Stoffe und Stickerei
Besonders angetan haben es ihr seither die ganz großen Roben: „Ich fühle mich so privilegiert, in Vorarlberg zu leben und die tollen Stoffe und Stickereien verwenden zu dürfen.“ Davon profitieren auch ihre Kunden. Durch ihr Vertrauen könne sie erst alles umsetzen, was die Kreativität hergibt, und die ist bei Kegele fast grenzenlos. „Ich könnte eine Liebeserklärung an die Mode machen!“
Chance auf Teneriffa
Eines ihrer Highlights in den vergangenen 25 Jahren war beispielsweise die Modeschau am legendären Stickerball, der auf der MS Sonnenkönigin ausgerichtet wurde. Erst kürzlich durfte sie für Mrs. World-Teilnehmerin und Ex-Mrs. Austria Eva Zellhofer eine opulente Robe mit Vorarlberger Stickereien entwerfen. „Ich fühle mich sehr geehrt, mit interessanten Persönlichkeiten zusammenarbeiten zu dürfen.“
Eine weitere Chance im Ausland tätig zu sein, hat sich auf der Kanaren-Insel Teneriffa ergeben, wo sie mit Modelmanager Dominik Wachta eine Modeschau mit ihren Entwürfen zeigte. Sie stieß bei den Anwesenden auf großes Interesse und eventuell wird man dort bald mehr von der umtriebigen Designerin sehen.
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