Weil „Krone“-Leser ein so großes Herz haben und unsere berührende Ukraine-Ausstellung großartig ankam, konnten wir jetzt einen namhaften Betrag an Waisenkinder übergeben.
Schon ein Jahr sind sie jetzt hier an der steirisch-burgenländischen Grenze, nahe Burgau. Geflohen nach wochenlanger Angst in einem dunklen Keller, in dem sie ausharren mussten, während im Land die Bomben einschlugen.
Und ein Besuch bei den 61 Waisenkindern aus der Ukraine rückt einem ganz schnell den Kopf wieder zurecht, was banale Alltagssorgen betrifft, macht sie klein und erbärmlich. Denn es bricht einem das Herz sich auszumalen, was auf diese Kinder, die schon so viel mitgemacht haben, zukommen könnte. Ein Wort der ukrainischen Behörde genügt - und sie müssen zurück. Ins Waisenhaus, das in gefährlicher Nähe zu einer Ölraffinerie steht, die immenses Angriffsrisiko birgt. Der Keller, sagt uns Pascale Vayer, Herz und Motor hinter der Hilfsorganisation „Kleinen Herzen“, wurde in der Zwischenzeit schon wieder wie ein Bunker hergerichtet Es fehlen einem die Worte. Ob sie daheim eine Chance haben, in eine Familie adoptiert zu werden? Auf der Prioritätenliste steht das in einem kriegsgebeutelten Land sicher nicht.
Von all den Sorgen, die man sich um ihr Schicksal macht, ahnen diese Kleinen hier nichts. Sie sind schlichtweg, es gibt kein anderes Worte dafür, bezaubernd. Wohl kaum wo sieht man sonst Kinder, die sich über ein simples Überraschungsei aus Schoko so freuen können. Die angesichts der mitgebrachten Süßigkeiten völlig aus dem Häuschen sind, lachen, in die Hände klatschen. Olga etwa, die herzige Vierjährige, hat von ihrer Patin ein T-Shirt und ein Kleidchen bekommen, „das wird sie heut wahrscheinlich nicht einmal nachts ausziehen“, schmunzelt Pascale Vayer, diese wunderbare Frau, selbst Mama von fünf adoptierten Kindern, aus Kambodscha, dem Kosovo, Russland, Afghanistan. Insgesamt 81 Waisen hat sie nach Österreich gebracht, für weitere 60, Babys sogar, war alles schon vorbereitet. Ein Beamter drehte das eiskalt mit seiner Unterschrift ab. Sie leben jetzt im Keller.
Die Betreuerinnen aus der Ukraine kümmern sich rührend um die Kleinen, von denen einige teils schwere Beeinträchtigungen haben.
Sie sehnen sich nach ihrem Land, nach den Männern, den Söhnen, die im Krieg sind; einer, noch ganz jung, ist gefallen. Aber sie alle sagen: „Wir sind dankbar, dass wir hier sein dürfen. Dass wir zu essen haben, versorgt sind, die Menschen uns mit offenen Herzen begegnen.“ Ein paar Worte Deutsch haben sie aufgeschnappt, „Danke“ ist darunter, sie brauchen es häufig.
Ihre Herzen haben viele in unserem Land für die Waisenkinder geöffnet; Brieftaschen bleiben aber immer öfter zu. Pascale Vayer hat große finanzielle Sorgen; es gilt, Schulsachen zu kaufen, Bekleidung, auch Medikamente, „ich muss alles zusammen kratzen, was geht“.
So schön, dass wir jetzt einen stolzen Betrag überreichen konnten, der aus Ihren Spenden und unserer Ausstellung berührender Ukraine-Fotos stammt. Aber Hilfe tut weiter Not!
Konto: „Die Krone hilft - Steiermark“, KW Waisenkinder, AT 152081500044569523. Info: www.kleineherzen.or.at
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