Es war ein ungewöhnlicher Anblick am Sonntagmorgen am Kapitelplatz in Salzburg. Prachtvoll geschmückte Pferde, Reiter in Uniform und mit Helm, bunte Trachten und goldene Hauben waren dort zu sehen.
Der Kapitelplatz war am Sonntagmorgen Schauplatz des traditionellen Georgiritts zu Ehren des Heiligen Georg. Er ist der Schutzpatron der Bauern und Handwerker, aber auch der Reiter des Kleinviehs. Goldhaubengruppen aus dem Umland der Landeshauptstadt waren für die Georgi-Kirchweih angereist. In der Georgskapelle der Festung nahmen die Reiter an der Messe zu Ehren des Schutzpatrons teil.
Kinder machten große Augen, Pferde scharrten mit den Hufen
Oben warteten große und kleine Besucher gespannt auf den Einritt der traditionell gekleideten Garde auf ihren geschmückten Pferden mit ihrem „Fußvolk“ in den Burginnenhof. Nach der Messe in der kleinen und prachtvollen Sankt-Georgs-Kirche begann der Teil der Kirchweih, auf den vor allem die kleinen Besucher sehnsüchtig gewartet hatten: Die Segnung der Pferde im Burginnenhof. Während die Kinder mit großen Augen gebannt die Pferde bestaunten, scharrten die Rösser mit den Hufen und warteten auf den Abritt. 25 waren es heuer - die Reiter der Bürgergarde und Reiter mit ihren eigenen Pferden. Für die Pferde gab es ein rot-weißes Mascherl, die Reiter freuten sich über einen Schnaps.
Wie um Jahrhunderte zurückversetzt wirkte die Szenerie. „Hier oben steht die Zeit still“, fand Monika Schlager, Obfrau der Salzburger Goldhaubengruppe. Die Gruppe mit den bestickten Hauben war in der Tracht der bürgerlichen Frauen aus dem 19. Jahrhundert gekleidet. Für Albert Schempp, seit acht Jahren Gardehauptmann, war der Georgiritt „lebendige Geschichte“. Denn er und seine Kollegen trugen die Uniform, wie sie vor 280 Jahren von Mitgliedern des bürgerlichen Militärs, die damals die Stadt verteidigten, getragen wurde.
Nach der Segnung leiteten die Bürgergarde und die anderen Reiter ihre Pferde wieder in die Stadt hinunter. Begleitet von Musik der Trachtenmusikkapelle des Kupfer-, Messing- und Eisenwerks kehrten die Reiter noch gemeinsam ein.
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