Am Innsbrucker Landesgericht ist das gerichtliche Sanierungsverfahren mit Eigenverantwortung über das in finanzielle Schieflage geratene Dienstleistungsunternehmen des Tiroler Gemeindeverbandes, GemNova, eröffnet worden. Der Schuldenstand beläuft sich laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) und Kreditschutzverband von 1870 (KSV) auf rund 6,85 Millionen Euro.
Die GemNova will ihren Gläubigern eine Quote von 30 Prozent binnen zwei Jahren anbieten. 30 Prozent sei die gesetzliche Mindestquote, betonte der KSV. Ohne Finanzspritze bzw. Hilfe von dritter Seite könne die GemNova aus eigener Kraft die Sanierung nicht mehr schaffen, hieß es.
1,5 Millionen vom Land
Die schwarz-rote Landesregierung hatte vergangene Woche bekannt gegeben, 1,5 Millionen Euro beisteuern zu wollen. Im Gegenzug soll es eine Beteiligung in noch unbekannter Höhe geben. Auch der Gemeindeverband soll 500.000 Euro zuschießen.
Unternehmen soll verkleinert werden
Land und Gemeindeverband hatten sich nach wochenlangen Diskussionen darauf geeinigt, dass an einem gerichtlichen Sanierungsverfahren kein Weg vorbeiführt. Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) machte zudem eine finanzielle Unterstützung des Landes von einer Umstrukturierung der GemNova abhängig. Das Unternehmen soll verkleinert werden: Statt sieben Gesellschaften könnten künftig nur mehr drei bestehen bleiben. Übrig bleiben könnten die gut gehende Bildungspool GmbH, die Fuhrparkmanagement GmbH und die Dienstleistungsgesellschaft, hatte es geheißen.
Bis Ende Mai können Gläubiger in dem Verfahren ihre Forderungen an die GemNova anmelden. Eine Gläubigerversammlung wurde für 10. Mai anberaumt. Mitte Juni soll dann über den Sanierungsplan abgestimmt werden.
Als Einkaufsplattform gegründet
Das Gemeindeverbands-Unternehmen war im Jahr 2010 als Einkaufsplattform für die Gemeinden gegründet worden und erbrachte generell Service und Dienstleistungen für die Kommunen. Im Laufe der Jahre wuchs es beständig. Rund 70 Beschäftigte sind angestellt, inklusive Tochtergesellschaften sind 700 Arbeitsplätze betroffen. Möglichst viele von ihnen sollen gehalten werden, es wurde aber bereits ein Sozialplan angekündigt. Unter den Gläubigern befinden sich unter anderem Banken, Gesundheitskasse und das Finanzamt.
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