24.01.2023 11:00 |

Roadster-Update

So sportlich geht der BMW Z4 in die letzte Runde

„Würden Sie bitte mal für mich aufs Gas steigen?“, fragt mich der Mann, der mir in der Autowaschanlage gerade den BMW Z4 vorgereinigt hat. Etwas schüchtern, aber mit leuchtenden Augen. Schade, dass es der letzte BMW-Roadster dieser Art ist. Immerhin haben ihn die Münchner für die letzte Runde schick gemacht und aufgewertet.

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(Bild: kmm)

Natürlich tu ich ihm den Gefallen. Am Heck steht M40i, das heißt, ich habe den 340 PS starken Reihensechszylinder unter der Haube. Und, ja, der klingt. Dezent, aber sportlich. Im Sportmodus noch etwas sportlicher, aber immer mit einem tiefen Bassvibrato. Dort unten, wo man es im Bauch spürt, berührt er am meisten. Nicht nur wenn es in der Waschanlage von den Wänden hallt.

Von unten kommt auch die Kraft, 500 Nm Drehmoment stemmt er schon bei 1600 Touren, die bei diesem Motor serienmäßige Achtgangautomatik sorgt auch unmittelbar für Vortrieb, schaltet butterweich. Prinzipiell gehört der Z4 aber zu den letzten BMWs, die mit manuellem Sechsganggetriebe angeboten werden - aber nur in der Basisversion sDrive20i mit 197-PS-Vierzylinder. Das ist zwar puristischer und das Auto ist auch 130 kg leichter als der M40i (1435 bzw. 1565 kg), aber man muss nicht nur auf den Sound, sondern auch auf bessere Fahrleistungen verzichten. Der M40i sprintet in 4,5 Sekunden auf 100 und läuft 250 km/h (statt 241). Dem Einstiegsmodell nimmt er damit 2,3 Sekunden ab.

Der Top-Z4 ist ein herrliches Gesamtpaket: herrlicher Motor, Top-Automatik und mit Hinterradantrieb samt M Sportdifferenzial sowie einer hervorragenden Lenkung ist er ein echter Freudenspender.

Mehr Ausstattung serienmäßig
Ausstattungsmäßig rücken die beiden Vierzylinderversionen seit dem Modellupdate übrigens näher an den Z4 M40i heran, sie haben nun serienmäßig das M Sportpaket an Bord („unter anderem M typisch dreigeteilte Lufteinlässe in der Frontschürze, eine eigenständige Seitenschwellerkontur und eine Heckschürze mit besonders markanten seitlichen Einfassungen“). Ebenfalls bei allen Varianten serienmäßig sind jetzt u.a. Sitzheizung, Ablagenpaket und Durchladesystem, Parksensoren vorn und hinten sowie Zweizonen-Klimaautomatik.

Neu gestaltet (bei allen Varianten) wurden auch die BMW-Nieren, die mittlerweile zu den zierlichsten im Modellprogramm gehören.

Cabrio fahren auch im Winter
Die Hoffnung, dass mit dem Facelift ein Airscarf eingeführt wird, war vergeblich: Der Nackenfön bleibt bei BMW den viersitzigen Cabrios vorbehalten. Dennoch kann man mit dem Z4 auch im Winter offen fahren. Die Heizung ist stark genug, außerdem ist das aufsteckbare Windschott nun serienmäßig. Sitzheizung ist auch immer an Bord, Lenkradheizung nur optional. Wenn man nicht zu schnell fährt, ist das nicht so kalt, wie das Passanten glauben, die einem kopfschüttelnd hinterherschauen. Okay, eine Haube sollte man bei um die null Grad schon aufhaben.

Das Öffnen/Schließen des Stoffverdecks dauert nur jeweils zehn Sekunden und funktioniert bei bis zu 50 km/h.

Bedienung bleibt relativ klassisch
Anders als beim X7, bei dem BMW mit dem Facelift das komplette Innenraum- und Bedienkonzept erneuert hat, bleibt im Z4 alles beim Alten, samt iDrive-Controller, Tasten und einem richtigen Automatikwählhebel auf der Mittelkonsole, Speichertasten und Lautstärkeregler am Armaturenbrett und dazu zwei getrennten Displays. Das Tachodisplay stellt noch immer schlecht ablesbare, gegenläufige Skalen für Tacho und Drehzahlmesser dar - hier wäre zumindest die Option auf Rundinstrumente wünschenswert gewesen.

Die Preise
Bei 54.100 Euro fängt der Spaß mit dem Basismodell an (Automatik plus 2600 Euro), inklusive M Sportpaket, BMW Live Cockpit Professional mit Navigation oder auch Lederausstattung. Der 258 PS starke sDrive30i fängt an bei 66.200 Euro, während für den M40i mindestens 77.700 Euro fällig werden. Der Testwagen kommt mit Extras auf über 90.000 Euro.

Fahrzit
Der BMW Z4 ist ein klassisches Spaßauto und als M40i ein veritabler Sportwagen. Die Fangemeinde spaltet sich in zwei Lager: Freunde des manuellen Getriebes und solche des Sechszylindermotors. Beides zusammen ist nicht zu bekommen. Die Entscheidung ist schwierig und individuell. Sicher ist nur: Wer das Dach öffnet, wird Sturm ernten.

Warum?
Ein herrliches Spaßauto
Starker, wohlklingender Sechszylinder
Ein echter Österreicher - der Z4 wird komplett in Graz gebaut

Warum nicht?
Verbrenner sind mittlerweile eine Gewissenssache bzw. eine Einstellungsentscheidung.

Oder vielleicht …
… Toyota GR Supra (gleiche Technik als Coupé), Jaguar F-Type

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