Wenn am kommenden Sonntag die Fisser wieder ihren Bloch durch das Dorf ziehen, öffnet eine Figur die Kinnläden: Der Bajatzl erinnert mit seinen waghalsigen Auftritten an einen Zirkusartisten.
Tausende Besucher werden am Sonntag, dem 29. Jänner, nach Fiss pilgern, wenn Schallner, Miasmann, Bär & Co den sechs Tonnen schweren Bloch durch das Dorf ziehen. Und wenn eine Figur am oberen Rand des staunenden Gesichtsfeldes auftaucht, gilt der Fokus plötzlich ihm: dem Bajatzl. Typischer Reflex vor allem der Frauen: Hand vor den offenen Mund, denn wenn das ihr Sohn wäre, hätten sie dies nie und nimmer erlaubt!
„Es war als Kind schon mein Ziel, Bajatzl zu werden“
Wer ist das, der Salti von einem Hausdach zum anderen und Kopfstand auf den Schornsteinen macht? Es ist kein Zirkusartist, wie man meinen könnte, es ist ein „ganz normaler“ Fisser. Genau gesagt zwei, die sich abwechseln. Einer davon ist der sympathische Mathias Nigg, im Brotberuf Betreiber einer Medienfirma. Die Rolle des Bajatzls, der das Fröhliche, das Spitzbübische, den Schalk verkörpert, habe ihn von klein auf fasziniert. „Es war als Kind schon mein Ziel, diese Rolle einmal zu verkörpern und ich habe ein Trampolin bekommen“, erinnert sich Nigg, „ich habe fanatisch trainiert und Salti und Überschläge automatisiert.“
Die typische „Karriere“ begann beim Kinderblochziehen, bis er letztes Mal Teil der Großen wurde. „Wenn ich im Kostüm bin, ist das wie ein Rausch, bin ich ein anderer Mensch“, leuchten die Augen des verwurzelten Fissers, „es ist gewaltig, die Energie des Brauchtums zu spüren.“ Eine Begeisterung für die Fasnacht, die für einen Außenstehenden kaum nachvollziehbar ist und die das ganze Dorf mit seinen rund 300 Akteuren seit Wochen begleitet.
Auf dem Dach wird‘s heuer besonders herausfordernd
Der Bajatzl ist immer in Bewegung, ob Rad schlagend am Boden oder Kopf stehend und Kopf riskierend auf den Dächern. „Ich trainiere in den vier Jahren Pause nicht, nur knapp vor dem Blochziehen. Es ist alles abgespeichert. Heuer ist es mein letzter Auftritt, ich mache Platz für die Jungen“, sagt der bescheidene, erst 28-Jährige. Allerdings sei es diesmal eine besondere Herausforderung, wie sich beim „Krone“-Besuch zeigte: Es ist zu wenig Schnee. Nigg: „Wir haben viele Holzdächer und die sind heuer besonders rutschig.“ Er werde sich etwas einfallen lassen, weil das Raunen der Leute beim Blochversteigern möchte er unbedingt nochmals erleben. Ein unauslöschliches Erlebnis für die Fasnachtsseele.













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