Initiative in Tirol

Wie Ukraine-Vertriebene solide Arbeit finden

Tirol
17.01.2023 17:00

Die „Karriereplattform“ bringt Unternehmen und geflüchtete Arbeitssuchende zusammen - wie am Montag beim Handelsriesen Spar in Wörgl in Tirol.

Vertriebene aus der Ukraine – sie bildeten die Mehrheit der rund 120 anwesenden Personen – sowie Asylberechtigte aus dem Nahen Osten versammelten sich am Montagvormittag in der Spar-Zentrale in Wörgl, um sich über etwaige Karrieremöglichkeiten zu informieren.

Yuliia Hlushenko war eine von ihnen. Die 44-Jährige lebte vor dem russischen Angriffskrieg in der Hauptstadt Kiew und war dort als Beamtin tätig. Nachdem ihnen der Krieg alles raubte, floh sie im März vergangenen Jahres mit ihren beiden minderjährigen Kindern und der 72-jährigen Mutter nach Tirol. Das Ziel der zweifachen Mutter ist es nicht, in der Fremde zu bleiben: Sie möchte wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück. Nun aber wartet sie ab, wie sich der Konflikt weiter entwickeln wird.

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Ich bin mir nun bewusst, dass ich eine Umschulung machen werde und dazu noch weitere Deutschkurse absolvieren werde.

Yuliia Hlushenko, Vertriebene aus Kiew

Die Besichtigung der Spar-Zentrale und die Informationen, welche Jobangebote möglich wären, haben sie zum Entschluss gebracht, dass sie nun eine Umschulung machen wird, um in Österreich für einige Zeit beruflich Fuß fassen zu können. Wobei sie hierzu auch weitere Deutschkurse absolvieren wird.

380 freie Stellen bei Spar in Tirol und Salzburg
Die Spar-Zentrale Wörgl ist mit dem Großhandelslager, den Produktionsbetrieben und den Spar-Märkten in Tirol und Salzburg mit rund 9000 Mitarbeitern einer der größten und wertvollsten Arbeitgeber in der Region. Aktuell sind laut Vorstandsdirektor Hans K. Reisch 380 Arbeitsplätze zu besetzen, wie er gegenüber der „Tiroler Krone“ erzählte. „Insbesondere benötigen wir Verkaufspersonal in den Spar-Märkten und Personal für die Produktlager sowie Lkw-Fahrer für die Zentrale in Wörgl“, führte Reisch weiter aus und meinte abschließend: „Es ist derzeit schwierig, alle offenen Stellen immer zeitnah zu besetzen. Daher freuen wir uns umso mehr über die Möglichkeit, unser Unternehmen interessierten Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und bei uns Schutz bekamen, präsentieren zu können. Vielleicht wird ja der eine oder die andere, die heute da waren, bei uns zu arbeiten beginnen.“

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Aktuell können wir bei Spar in Tirol und Salzburg 380 Arbeitsplätze besetzen. Es ist ein breites Spektrum an Stellen vorhanden.

KR Hans K. Reisch, Spar-Vorstandsdirektor

Weltoffenheit und Respekt sind zwei der vielen Punkte, welche die Unternehmensphilosophie von Spar seit Generationen prägen. Hierzu hat Spar-Geschäftsführerin Patricia Sepetavc folgendes parat: „Wir leben Vielfalt und beschäftigen derzeit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus rund 70 Nationen. Neue Arbeits- und Lebensmodelle werden auch in Zukunft unser Berufsleben entscheidend mitgestalten.“

„Karriereplattform“ bringt positive Resonanzen 
Tamara Hildner leitet beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) das Team Ukraine. Sie und ihr Team sind zuständig für das Projekt „Karriereplattform“, welches seit vergangenen Herbst bereits in anderen Bundesländern Asylberechtigten den „ersten Duft der Arbeit“ bei Großunternehmen schnuppern ließ.

„Wir laden die Vertriebenen aus der Ukraine ein, um sich vor Ort zu informieren. Bisher haben wir sehr positive Resonanzen von beiden daran beteiligten Seiten erhalten“, betont Tamara Hildner abschließend.

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