Grünen-Politikerin Judith Schwentner: Sie hat viel angekündigt, aber kaum etwas umgesetzt. Und: Wie die Grazer Vizebürgermeisterin die Autos aus der Landeshauptstadt verbannen will.
Die Grazer Grünen haben auch schon einmal bessere Zeiten gesehen. Die Regierungs-Koalition, in der Judith Schwentner als Vizebürgermeisterin sitzt, ist in ein Finanz-Debakel geschlittert, der Haussegen hängt schief wie nie. Noch dazu hat es sich Schwentner mit den Autofahrern verscherzt: Dass sie Kraftfahrzeuge aus der Stadt verbannen will, sorgt nicht nur bei vielen Pendlern für Kopfschütteln, sondern auch bei Grazer Wirtschaftstreibenden, die etwa auf Zulieferer angewiesen sind.
Weitaus schwerer wiegt allerdings, dass der Grünen-Chefin auch von der Basis kräftiger Gegenwind entgegenbläst. Tenor: viel versprochen, kaum etwas umgesetzt! Tatsächlich entpuppen sich die meisten Ankündigungen der Öko-Frontfrau als Luftschlösser. Lesen Sie mal ...
Öffi-Ausbau
Eine Straßenbahnlinie zur Grazer Universität wurde abgesagt, eine Bim über den Griesplatz ist unsicher, und der vollmundig angekündigte S-Bahn-Tunnel ist nichts anderes als eine Schmalspurvariante. Zudem wird das Projekt nicht vor 2040 umgesetzt; die großen Verkehrsprobleme der Landeshauptstadt bleiben also vorerst ungelöst.
Aber, und das muss man Schwentner fairerweise aufs „Haben-Konto“ verbuchen: Bei einem Treffen in Wien stellte Ministerin Leonore Gewessler ihrer steirischen Parteifreundin zumindest Geld für den Bim-Ausbau in Aussicht.
Radfahr-Offensive
Ein paar hundert Meter Radwege - wie zuletzt am Kai - sind zu wenig, gerade im Stadtzentrum ist alles nur Stückwerk. Die frühere Fahrrad-Hauptstadt Österreichs droht mittlerweile den Anschluss zu verlieren.
Baustopp
Die Grünen haben, wie SPÖ und KPÖ auch, einen Baustopp versprochen - und damit die Wahl gewonnen. Leere Versprechungen, meinen Kritiker der Links-Regierung. Von weniger Kränen oder Baustellen als unter Bürgermeister Siegfried Nagl („Beton-Siegi“) sei nämlich nichts zu bemerken.
Grünes Graz
Auch die grünen Träume von einer grüneren Mur-Metropole drohen zu zerplatzen. Weder von den versprochenen „17 grünen Meilen“ (in jedem Stadtbezirk eine) ist etwas zu sehen noch von großflächigen Baumpflanzungen oder Fassadenbegrünungen.
Baustellen-Infos
Viele Unternehmer beklagen außerdem, dass sie über geplante Großbaustellen in der City nicht informiert werden. Im März ist Baubeginn - doch Schwentner lässt nichts von sich hören.
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