Nach der Riesen-Aufregung über Missstände in der Registrierungsstelle für Flüchtlinge brodelt es in Wels erneut gewaltig. 200 Asylwerber könnten ein leer stehendes Haus im Zentrum beziehen.
Nur kurz blieb es in Wels rund um die Unterbringung von Flüchtlingen ruhig. Ende Oktober war die Stimmung bereits ziemlich aufgeheizt. In der überfüllten Asyl-Registrierstelle in der Dragonerstraße berichteten Mitarbeiter von katastrophalen Zuständen und dem Ausbruch von ansteckenden Krankheiten, Anrainer klagten über Lärm.
Mit der Schließung der Übernachtungsmöglichkeiten in den Containern und der Senkung der Anzahl an untergebrachten Flüchtlingen von 170 auf 30 kehrte vorübergehend Ruhe ein. Damit ist knapp zwei Wochen später wieder Schluss.
Gebäude steht seit Jahren leer
Grund: Es kursieren Gerüchte, dass im ehemaligen Gebäude des Arbeitsmarktservice (AMS) an der Ecke Salzburgerstraße/Hamerlingstraße schon bald 200 Flüchtlinge untergebracht würden. Das Gebäude liegt in direkter Nähe des Wochenmarkt-Areals und damit fast im Herzen der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs und steht schon seit mehreren Jahren leer.
Minister und Stadtchef geben sich bedeckt
Das mehrstöckige Haus ist im Besitz einer Salzburger Immobilien-Firma. Mit einer Wohnbaugenossenschaft soll es einen Vorvertrag für die Errichtung neuer Wohnungen geben. Bis alle rechtlichen Fragen für die Umsetzung geklärt sind, könnte das AMS-Gebäude vermietet werden und Asylwerbern Platz bieten.
In Zeiten wie diesen kann ich nichts ausschließen.
Innenminister Gerhard Karner
„Gerüchte kommentiere ich nicht“, meinte Stadtchef Andreas Rabl gestern zur „Krone“. Kurz davor teilte er aber bei der feierlichen Eröffnung des Polizeipostens Innere Stadt dem im Publikum sitzenden Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) ganz klar mit: „Das Thema Asyl beschäftigt die Stadt seit vielen Jahren stark. Wir haben weit mehr als andere Städte geleistet und haben deshalb im Bereich der Integration viele Probleme. Es beruhigt mich, dass es zuletzt hieß, dass vorerst keine weitere Asylunterkunft in Wels geplant ist.“
Minister Karner gab zu den Gerüchten keine Stellungnahme ab, meinte nur: „In Zeiten wie diesen kann ich aber nichts ausschließen.“ Für die Suche von Unterkünften sei die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen zuständig.
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