„Wir in Niederösterreich können Zukunft!“ So fasst die Landeshauptfrau den sogenannten Zukunftsreport zur Landesstrategie 2030 zusammen. Nun, das klingt schön, heißt aber eigentlich nix. Und korrekte deutsche Sprache klingt auch anders.
Wodurch zeichnet sich dieser Zukunftsreport aus? Zum einen durch die „größte Haushaltsbefragung“, die das Land je gesehen (oder über sich ergehen lassen) hat. 94 Prozent sagen, NÖ ist ein lebenswerter Ort. Und neu von zehn sagen: NÖ ist ein schöner Ort. Na, dieses Ergebnis überrascht uns jetzt aber - und eröffnet ganz neue Perspektiven für die Zukunft, oder? Antworten auf die Frage „Wovon leben wir morgen?“ sollen fortschrittliche Standortpolitik, Infrastruktur wie zum Beispiel Breitband sowie Bildung und Forschung liefern - na bumm, epochale Erkenntnisse. Und zum Themenkomplex „Wer wollen wir morgen sein?“ heißt’s, es gehe darum, „Maßnahmen zu implementieren, mit denen wir es schaffen, alle Generationen zu vereinen“ - ehrfürchtig verneigt man sich vor diesem zukunftsträchtigen Geistesblitz.
14 Monate hat es gedauert, um zu diesem Zukunftsreport zu gelangen, wurde dem staunenden Steuerzahler am Sonntag stolz mitgeteilt. Unter Einbindung internationaler Expertinnen und Experten, wohlgemerkt.
Wobei es schon richtig ist, angesichts der gegenwärtigen Krisen nach Antworten auf großen Zukunftsfragen zu suchen. Aber ein bissl konkreter dürfen die Antworten dann schon ausfallen. Im sogenannten Zukunftsreport präsentiert wurden aber nur No-na-ned-Weisheiten im Vorfeld einer Landtagswahl, die zwar mitunter furchtbar klug klingen, das Landesvolk aber ratlos, weil so g’scheit wie vorher, zurücklassen. Eine vertane Chance!
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