Die Teuerung zwingt immer mehr Pendler in die Knie: Etwa 350.000 Betroffene in der Steiermark pochen deshalb jetzt auf eine „dringend notwendige Entlastung“. Vor allem eine Berufsgruppe leidet unter den gestiegenen Spritpreisen besonders.
Neun von zehn Autofahrer in Österreich haben aufgrund der gestiegenen Spritkosten ihr Verhalten geändert, setzen sich nun weniger oft hinters Lenkrad als noch vor einem halben Jahr, hieß es am Freitag in einer Aussendung des VCÖ (Verkehrsclub Österreich).
Öffi-Angebot lückenhaft
Was aber, wenn ein alternatives Handeln gar nicht möglich ist? „Wir gehen davon aus, dass etwa 350.000 Arbeitnehmer in der Steiermark mit dem Auto fahren müssen, weil sie anders nicht pünktlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen“, weiß Peter Amreich, Chef der steirischen Pendlerinitiative.
Einer von ihnen ist Dietmar Scherr aus Greisdorf bei St. Stefan ob Stainz. 130 Euro muss der 50-Jährige für einen vollen Tank mittlerweile hinblättern, dreimal pro Monat ist dies notwendig, fünfmal die Woche pendelt der Weststeirer nach Graz-Straßgang. „Vor Kurzem waren es noch 80 bis 90 Euro, seit Einführung der CO2-Steuer liegt der Diesel-Preis konstant über zwei Euro - das schaffe ich fast nicht mehr“, sagt der Internettechniker.
Neun Cent für einen Liter Diesel sind ein Wahnsinn! Wir fordern eine Aussetzung der CO2-Steuer zumindest bis Herbst 2023
Peter Amreich, steirische Pendlerinitiative
Offener Brief an Politik
Gerne würde er auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder zumindest eine Fahrgemeinschaft bilden - jedoch: „Meine Arbeitszeiten sowie mein entlegener Wohnort am Reinischkogel machen dies unmöglich“, so Scherr.
Zur Entlastung fordert die steirische Pendlerinitiative in einem offenen Brief nun eine ganze Reihe an Sofortmaßnahmen: „Die Ausgaben für Maut und Vignette müssen als Werbekosten von der Steuer absetzbar sein, vor allem aber muss das Pendlerpauschale noch einmal erhöht werden“, so Amreich.
Vor allem Teilzeit-Arbeitnehmer beginnen bereits zu Rechnen - für einige wird sich der Aufwand nicht mehr lohnen
Dietmar Scherr fürchtet eine Abwärtsspirale
Frauen als die größten Verlierer
Von der Teuerung am stärksten betroffen dürften laut Prognosen die Frauen sein: „Ich kenne einige, vor allem Frauen in Teilzeit, die bereits zu Rechnen beginnen, ob sich der Aufwand bei diesen Spritpreisen überhaupt noch lohnt. Dabei ist das erst der Anfang - die CO2-Steuer wird ja jedes Jahr angehoben“, hofft Scherr auf ein „Umdenken der Politik“.











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