Klimaschutz

Methanreduktion: Österreich tritt Initiative bei

Politik
22.09.2022 17:11

Im Vorjahr ist die weltweite Emission von Methan auf einen Rekordwert gestiegen. Nicht zuletzt deshalb ist eine Initiative zur Verringerung des Ausstoßes gegründet worden. Nun tritt auch Österreich dieser Koalition von inzwischen über 100 Staaten bei.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) verkündete den Einstieg nach einem Gespräch mit dem US-Klimabeauftragten John Kerry. Das Treffen habe im Rahmen des Global Clean Energy Action Forum in Pittsburgh stattgefunden, teilte das Ministerium mit. „Wenn Österreich im Klimaschutz vorne dabei sein will, dann müssen wir auch überall unseren Beitrag leisten. Es war an der Zeit, dass Österreich der internationalen Koalition zur Reduktion der Methanemissionen beitritt“, so Gewessler laut Aussendung.

Energieministerin Leonore Gewessler (Bild: APA/Roland Schlager)
Energieministerin Leonore Gewessler

Das Ziel der Initiative
Methan ist eines der stärksten Treibhausgase, es ist etwa 80 Mal klimaschädlicher als CO₂. Freigesetzt wird es unter anderem in der Landwirtschaft beim Verdauungsprozess von Rindern sowie in der Erdgas-, Erdöl- und Kohleindustrie. Das Ziel der Initiative ist es, den Methanausstoß bis 2030 im Vergleich zu 2020 um 30 Prozent zu verringern.

Uneinig über Gründe für Ausstoß-Anstieg
Allerdings ist noch immer nicht abschließend geklärt, weshalb die Methankonzentration in der Atmosphäre derzeit so stark zunimmt. Um die Jahrtausendwende herum war der Methan-Pegel etwa ein Jahrzehnt lang stabil, erst seit 2007 steigt er wieder stark an. Woher das zusätzliche Gas kommt, ist aber selbst unter Experten umstritten. Die Quellen sind kaum sicher nachzuweisen, weil es sehr viele natürliche und menschengemachte Methanquellen gibt, unter anderem in der Landwirtschaft, deren Veränderungen nicht einfach zu messen sind.

Methangas-Austritt in der Nähe eines alten Bohrlochs (Bild: GEOMAR/ROV Kiel 6000)
Methangas-Austritt in der Nähe eines alten Bohrlochs

Gefährlicher Kipppunkt
Zahlreiche Fachleute vermuten Lecks bei der Förderung (z.B. beim Fracking) und Verteilung von Erdgas als Hauptursache des Problems, weil dessen Förderung seit der Jahrtausendwende deutlich angestiegen ist - es gibt jedoch auch Analysen, die dem widersprechen. Zuletzt warnten Forscher im Fachblatt „Nature Climate Change“, dass Europas Permafrost-Moorgebiete bald an einen Kipppunkt geraten könnten und wegen der fortschreitenden Erderwärmung große Mengen an Kohlendioxid und Methan freisetzen könnten. Wenn Methan unkontrolliert aus Permafrostböden entweicht, heizt dies die Klimakrise weiter an - ein Teufelskreis.

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