Über 20 Jahre soll der Bosnier das Vertrauen und die Nähe zu den Athletinnen schamlos ausgenutzt haben - das jüngste Opfer ist gerade einmal 13 Jahre alt. Jetzt wurde er im Wiener Landesgericht zu einer Haftstrafe verurteilt!
Der erste Fall soll sich vor über zwei Jahrzehnten abgespielt haben: Nachdem der Angeklagte ein 13-jähriges Mädchen zu einem Probetraining in seinen Verein einlud, missbrauchte er sie in seiner Wohnung. Was er als „einvernehmliche Knutscherei“ empfunden hat, traumatisierte das Opfer dermaßen, dass sie eine Essstörung und Anpassungsstörung entwickelte. Das bestätigt auch eine psychiatrische Gutachterin vor Gericht: „Sie wollte es mit sich selbst austragen und holte sich zu spät Hilfe.“
Sieben Opfer melden sich
Bei dem Vorfall blieb es aber nicht. Er soll eine 15-Jährige begrapscht und weitere Mädchen bei Dehnübungen zwischen die Beine gefasst haben. Die betroffenen fünf Mädchen hatten den Mut, sich einer anderen Trainerin anzuvertrauen. Nach der Anzeige meldeten sich auch die früheren Opfer.
Dehnübungen nicht „state of the art“
Am zweiten Prozesstag wurden weitere Zeuginnen aus dem Sportverein geladen. Besonders die Trainerin, an die sich die Mädchen wandten, bestätigte, dass die Methoden des 48-Jährigen nicht „state oft the art“ seien. Es gebe andere Dehnübungen, die genauso effektiv wären und keine unangebrachten Berührungen bräuchten.
Haftstrafe wegen einer Reihe von Sexualdelikten
Der Angeklagte behauptet unterdessen genau das Gegenteil. Er habe niemanden absichtlich begrapscht: „Es kann sein, dass ich den Intimbereich beim Dehnen berührt habe, aber nicht mit Absicht.“ Das glauben ihm Richterin Corinna Huber und die Schöffen aber nicht: Der Akrobatiktrainer wird wegen diverser Sexualdelikte zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt - sein Verteidiger Andreas Schweitzer meldet sofort Strafberufung an. Somit ist das Urteil nicht rechtskräftig!
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