Seit Donnerstag gelten die neuen, höheren Tarife der krisengeschüttelten Wien Energie. In den letzten Monaten trudelten in etlichen Haushalten Nachzahlungen bzw. neue Vorschreibungen ein. Doch wie werden diese Teilbeträge eigentlich berechnet? Die „Krone“ fragte nach und musste feststellen, dass es für viele Kunden ein böses Erwachen geben wird.
Riesenverwirrung um die seit 1. September geltenden neuen Preise der Wien Energie. Eine Kundin, die statt zuvor 99 Euro jetzt 160 Euro zehnmal jährlich vorgeschrieben bekommt, erkundigte sich beim Kundenservice darüber, wie die Teilbeträge errechnet wurden. 25 Minuten (!) Warteschleife, doch das Gespräch mit der bemühten Service-Mitarbeiterin der Wien Energie konnte das Gewirr nicht lösen.
Die Kurzfassung: Die neue Vorschreibung wurde zu hoch angesetzt, sie beziehe sich jedoch auf den alten Energie-Verbrauchspreis von 11,4 Cent/kWh, der sich aber mit 1. September auf 28,9 Cent/kWh erhöhe, was insgesamt eine Steigerung von 24 Prozent ergeben wird. Verstehen auch Sie nur Bahnhof?
Kaffeehaus-Stromrechnung auf 9182 Euro explodiert
Kein Einzelfall. Der Betreiber eines Simmeringer Kaffeehauses zahlte im vergangenen Jahr für zwölf Monate Strom und Gas 4288 Euro bei einem anderen Anbieter, verrechnet ihm die Wien Energie ab September 3910 Euro - im Quartal! Wie sich diese hohe Summe zusammensetzt, steht in den Sternen. Auch die Betreiberin des Wiener Traditionskaffeehauses „Hummel“ stöhnt: Ihre Stromrechnung explodierte von 2976 Euro auf 9182 Euro. Sie wisse nicht, wie sie diese wirtschaftliche Belastung dauerhaft stemmen soll. Gastronomin Martina Haslinger-Spitzer: „Es braucht dringend eine Energiekostenbremse.“
Auch Privatkunden drohen erhebliche Nachzahlungen
Für Unternehmen und für Privathaushalte! Denn eine Nachfrage bei Wien Energie zu der konkreten Errechnung der neuen Vorschreibungen führt zum nächsten Schock: „Die Teilbeträge werden immer mit dem zum Zeitpunkt der Jahresabrechnung gültigen Tarif und unter Berücksichtigung des letzten Jahresverbrauchs, den uns die Wiener Netze melden, berechnet“, heißt es von einer Sprecherin.
Konkret: War die Abrechnung im Juli, dann basieren die Teilbeträge auf dem gültigen Juli-Preis. Eine Hiobsbotschaft, denn der Arbeitspreis ist gegenüber Juli bekanntlich von rund 11 Cent/kWh auf mindestens 28 Cent/kWh nochmals massiv gestiegen. Es drohen immense Nachzahlungen.










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