In der Schule war ich über einen Zweier stets glücklich. Außer im Fach Turnen, da wollte ich stets unbedingt ein Sehr Gut. Für die Tiroler ÖVP ist der Zweier bei den 29,1 Prozent laut aktueller „Krone“-Umfrage aber eine Katastrophe. Aber wie kommt es, dass eine Partei erdrutschartig um 15 Prozent verliert?
Alteingesessene ÖVP-Politiker sehen einen Grund darin, dass die Partei die Wähler im urbanen Bereich schon viel zu lange links liegen gelassen hat. Tatsächlich hätte eigentlich schon die Gemeinderatswahl Ende Februar und die damit verbundenen bitteren Niederlagen in Kufstein, Hall, Wattens, Schwaz, Lienz, Zams und Zirl - um nur einige Städte und Großgemeinden zu nennen - die Strategen der Tiroler VP wachrütteln müssen. Aber scheinbar taten diese Verluste noch nicht weh genug.
Auch wird immer mehr zum Bumerang, dass Anton Mattle zwar zum Spitzenkandidat und Landesparteichef gekürt wurde, als Landeshauptmann aber weiter Günther Platter agiert - siehe Bekanntheitsgrad. Nicht zuletzt hat Mattle es verabsäumt, mit radikalen personellen Veränderungen ein klares Signal auszusenden, dass er für Neues nach der Ära Platter in der Tiroler VP steht. Zu vieles wurde bisher nur halbherzig in Angriff genommen.
Starke Ergebnisse in den ländlichen Gemeinden alleine werden am 25. September kein Rettungsanker sein. Wie meinte ein Insider nach Erscheinen der aktuellen Umfragewerte trocken: „Die ÖVP in Tirol hat sich zu einer Landjugend für Erwachsene entwickelt. Aber das will nicht jeder.“
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