
Ein Entwurf, der aktuell kursiert, sieht das Ende der Corona-Quarantäne vor. Stattdessen, soll es eine Verkehrsbeschränkung geben, Infizierte sollen also künftig wieder - mit Maske - ins Büro oder Wirtshaus dürfen. Ausnahmen sind offenbar nur für vulnerable Bereiche geplant. Während das Gesundheitsministerium betont, dass es sich dabei um eine Arbeitsfassung handle, protestiert die SPÖ heftig. Die Regierung wolle „fahrlässigerweise massive Lockerungen durchpeitschen“, kritisiert Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch.
Statt der Absonderung soll es laut Verordnungsentwurf künftig nur eine Verkehrsbeschränkung gelten. Man darf Corona-krank zum Arbeitsplatz, in die Gastro oder auf den Sportplatz, aber nur mit Maske. Weiterhin davon ausgenommen sollen vulnerable Bereiche bleiben, also Spitäler, Pflegeheime, Kindergärten oder Volksschulen. Hintergrund ist der eklatante Personalmangel in vielen Bereichen aufgrund der Corona-Ausfälle. „Sogar infizierte und kranke Menschen“ sollen so wieder in die Arbeit geschickt werden, beanstandet SPÖ-Politiker Deutsch.
„Regierung verschläft den dritten Sommer“
Einmal kritisierte er das Pandemiemanagement der türkis-grünen Bundesregierung. „Die Nehammer-Regierung macht mit traumwandlerischer Sicherheit das Falsche. Bei Corona verschläft die Regierung bereits den dritten Sommer“, so Deutsch. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei es ein Fehler, die Quarantäne-Regeln fallen zu lassen.
Auf Twitter bestätigte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne), dass man einen Verordnungsentwurf zum Quarantäne-Aus erarbeitet habe, der nun geprüft werde. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Rauch betonte aber: „Niemand, der krank ist, muss arbeiten gehen.“ Covid-19 bleibe zudem eine meldepflichtige Krankheit.
Hacker: Bisher keine Abstimmung mit Ländern
Kritik kommt indes auch aus dem Wiener Rathaus, die Stadtregierung lehnt die Aufhebung der Quarantäne schlichtweg ab. Der Gesundheitsminister hatte zuletzt angekündigt, dass es vor einer Entscheidung über das künftige Vorgehen noch eine Abstimmung mit den Bundesländern geben soll. Diese habe bis dato aber noch nicht stattgefunden, hieß es am Donnerstag im Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).
Im Rathaus wird nun vermutet, dass das Aus vorerst auf Eis gelegt wurde. Man gehe davon aus, dass im Bund ein Umdenken stattgefunden und man dort eingesehen habe, dass eine derart maßgebliche Änderung im Pandemiemanagement keine gute Idee sei, sagte ein Sprecher.















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