04.07.2022 15:01 |

Trotz erster Erfolge:

Kiews Drohnen beißen sich an Russen die Zähne aus

Seit mehr als vier Monaten wird in der Ukraine gekämpft - und nun scheint sich eine wichtige Waffe der ukrainischen Verteidiger abzunützen: Drohnen. Feierte Kiew mit Guerilla-Taktiken und Drohnenangriffen in den ersten Tagen des russischen Überfalls noch Erfolge gegen die Invasoren, spielen Drohnen in den nun auf den Osten des Landes konzentrierten Kampfhandlungen nur eine Nebenrolle. Die Angreifer haben dazugelernt …

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Das berichtet „Business Insider“ unter Berufung auf US-Experten für robotische Militärsysteme. Erwies sich die bunt zusammengewürfelte ukrainische Drohnenflotte zu Beginn des russischen Angriffs noch als hochwirksam, beißen sich Kiews Drohnenpiloten an der russischen Armee nun die Zähne aus. Die Drohnen werden mittlerweile seltener eingesetzt - aus Angst, die teuren Fluggeräte an die russische Luftabwehr zu verlieren.

Russische Luftabwehr hat dazugelernt
Diese war zu Kriegsbeginn, als russische Truppen fast in der ganzen Ukraine kämpften und sich kilometerlange Panzer-Konvois auf die großen Städte zubewegten, kaum einsatzbereit. Mit der Verschiebung der Kampfhandlungen auf den Osten habe sich das geändert, sagt Samuel Bendett, Drohnenexperte des US-amerikanischen Center for Naval Analysis: „Was jetzt gerade passiert ist, dass Russlands elektronische Kriegsführung und Luftabwehr im Vergleich zu früheren Kriegsmonaten besser organisiert und eingesetzt wird.“

Frühwarnsysteme, Störsender, Raketen
Die russischen Truppen in der Ostukraine nutzen Radar-Frühwarnsysteme, um anfliegende ukrainische Drohnen aufzuspüren. Dann kommen elektronische Kriegsführungssysteme wie Störsender zum Einsatz, um die Kommunikation der Drohnen mit den ukrainischen Piloten zu kappen. Mit Maschinenkanonen sowie Kurz- und Mittelstreckenraketen zur Luftabwehr werden Kiews Drohnen dann abgeschossen: Durch ihre relativ geringe Geschwindigkeit und Flughöhe sind sie ein leichtes Ziel für eine gut organisierte Luftabwehr.

Ukrainische Drohnen am Boden, russische fliegen
Die ukrainischen Streitkräfte reagieren auf die neue Situation, indem sie die Drohnenangriffe gegen die russischen Invasoren reduziert haben. Zu groß ist die Gefahr, bei einem Angriff die teuren - eine Bayraktar TB-2 (siehe Video) kostet zwei Millionen US-Dollar - unbemannten Luftfahrzeuge zu verlieren.

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Wir sehen die russischen Drohnen nicht, aber sie sehen uns.

Ukrainischer Soldat zur "Sunday Times"

Gleichzeitig tummeln sich im ukrainischen Luftraum immer mehr russische Drohnen, darunter Artillerieziele identifizierende Aufklärer. Die Ukraine kann mangels effektiver Luftabwehr wenig ausrichten. Ein ukrainischer Soldat zur „Sunday Times“: „Wir sehen die russischen Drohnen nicht, aber sie sehen uns. Das Einzige, was wir tun können, ist uns verstecken.“

USA bieten Kiew Hightech-Drohnen an
Die Ukraine hat eine bunt zusammengewürfelte Drohnenflotte, der umgebaute Hobbydrohnen, kleine Bomberdrohnen aus ukrainischer Produktion mit wenigen Kilometern Reichweite, Kamikaze-Drohnen aus den USA und Dutzende türkische Bayraktar-TB2-Kampfdrohnen angehören. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gab es zudem aus den USA das Angebot, bewaffnete US-Drohnen vom Typ Gray Eagle einzukaufen.

Allerdings befürchtet man in der Ukraine, dass sich die Investition nicht rechnen würde: Das Risiko, dass die Drohnen von ihrem ersten Einsatz nicht zurückkehren, sei zu groß, sagen zwei ukrainische Luftwaffenpiloten dem Rüstungsmagazin „The War Zone“. Benötigt würden moderne Kampfjets, die der russischen Luftabwehr mehr entgegensetzen können.

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