04.07.2022 14:40 |

Geständnis abgelegt

Kopenhagen: Täter feuerte wahllos auf seine Opfer

Bei dem Angriff in einem Einkaufszentrum in Kopenhagen am Sonntagabend hat es sich nicht um eine Terrortat gehandelt. Laut der dänischen Polizei hat der mutmaßliche Schütze wahllos auf Zufallsopfer geschossen. Er wurde festgenommen und habe die Tat noch in der Nacht gestanden. Am Montag warf ihm die Staatsanwaltschaft Tötung und versuchte Tötung vor.

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„Es gibt keine Hinweise in den Ermittlungen, Dokumenten oder Zeugenaussagen, die belegen könnten, dass es sich um Terror handelt“, sagte Chefinspekteur Soren Thomassen am Montag. Der mutmaßliche Täter habe wahllos auf Menschen gefeuert. Die dänische Polizei fand nach dem Amoklauf bereits ein Gewehr und ein Messer in der Wohnung des 22-jährigen Tatverdächtigen. Zudem habe er Zugang zu einer Pistole gehabt, aber wohl keine Berechtigung dafür. 

Wahrscheinlich keine Komplizen
Laut Thomassen habe der Däne wohl alleine gehandelt, da es keine Hinweise auf Komplizen oder Komplizinnen gebe. Der Mann war in der Vergangenheit in einer Psychiatrie und fiel zuvor bereits wegen psychischer Probleme auf. Zu einem möglichen Motiv wollte sich der Chefinspekteur in der Pressekonferenz am Montag aber noch nicht äußern. Laut Augenzeugenberichten hatte er versucht, Menschen in dem Einkaufszentrum in die Falle zu locken, indem er ihnen beispielsweise sagte, dass seine Waffe nicht echt sei. Nach den ersten Schüssen flüchteten schließlich mehr als hundert Menschen, wie dänische Medien berichteten.

Jugendliche unter Todesopfern
Drei Menschen kamen jedoch ums Leben. Dabei handelt es sich um einen 47-jährigen Mann mit russischer Staatsbürgerschaft, der in Dänemark lebte, sowie zwei 17-Jährige. Eine weitere Person befindet sich noch in Lebensgefahr. Insgesamt wurden 27 Menschen verletzt, mindestens vier von ihnen schwer. Darunter sind eine 40-Jährige sowie eine 19-jährige Dänin, ein 50-jähriger Mann und eine 16-jährige Frau aus Schweden. Weitere Menschen wurden leicht verletzt, als sie in Panik aus dem Einkaufszentrum flüchteten. Beispiele für die Verletzungen sind laut einem Sprecher der Region Brüche.

Verhör hinter verschlossenen Türen
Der mutmaßliche Täter wurde am Montag hinter verschlossenen Türen dem Amtsrichter vorgeführt. Eine öffentliche Anhörung könne der Aufklärung im Wege stehen, hieß es. Laut Polizei habe er bereits ein Geständnis abgelegt. Öffentlich äußern wolle sich der Verdächtige jedoch nicht, sagte sein Verteidiger. Videos des Mannes, die seit Sonntagabend im Netz kursieren, stuften die Ermittler und Ermittlerinnen als authentisch ein. Darin posiert der 22-Jährige mit Waffen, ahmt Selbstmordgesten nach und spricht von Psychopharmaka, „die nicht wirken.“ Seine YouTube- und Instagram- Konten wurden bereits gesperrt.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verurteilte die Tat als „grausamen Angriff“. „Wir alle wurden brutal aus dem strahlenden Sommer gerissen, den wir gerade erst begonnen hatten.“ Die Tat sei unverständlich, herzzerreißend und zwecklos. Erst vor ungefähr einer Woche wurden in einem queeren Club in Oslo zwei Menschen getötet und 21 weitere verletzt.

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