Sorge um 85-Jährigen

Kann kaum gehen: Papst Franziskus vor Rücktritt?

Ausland
09.06.2022 12:25

In italienischen Medien kursieren Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Papst Franziskus: Neben gesundheitlichen Problemen gäbe es noch weitere Indizien, die einen Rückzug des Kirchenoberhauptes im August vermuten lassen, hieß es.

Franziskus plagen gesundheitliche Probleme. Das rechte Knie schmerzt, so stark, dass er kaum noch gehen kann. Zu Audienzen erscheint der 85-Jährige im Rollstuhl. Eine Operation soll er wegen Sorge bezüglich der Narkose ablehnen. „Ich trete lieber zurück, als mich einer Knieoperation zu unterziehen“, soll der Papst bei einem privaten Treffen mit italienischen Bischöfen kürzlich gesagt haben, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ am Donnerstag.

Zitat Icon

Ich trete lieber zurück, als mich einer Knieoperation zu unterziehen.

Papst Franziskus

„Die Worte des Papstes sorgen für Aufruhr im Vatikan“, kommentierte das gut informierte Blatt. Im Juli 2021 musste sich der Papst einer schweren Darmoperation mit Vollnarkose unterziehen. Auch damals gab es Spekulationen über einen Rücktritt.

Konsistorium nährt Spekulationen zusätzlich
Spekulationen kursieren auch über das am 27. August einberufene Konsistorium zur Ernennung von 21 neuen Kardinälen - 16 von ihnen sind dann zur Papstwahl berechtigt. Mit der Neuernennung wird Franziskus das Kollegium dann sehr stark geprägt haben. Von den derzeit 132 Wahlberechtigten wurden 83 und damit fast zwei Drittel von ihm ernannt. Vatikan-Experten fragen sich, warum der Papst das Konsistorium ausgerechnet im August angesetzt hat, einem Urlaubsmonat im heißen Rom. „Es ist ungewöhnlich, dass der Papst Purpurträger aus aller Welt ausgerechnet in der heißesten Zeit nach Rom einlädt“, kommentierte „Il Messaggero“.

Beobachter wundern sich auch, warum Franziskus einen Tag nach dem Konsistorium in die Stadt L‘Aquila reisen will. Dort soll er als erster Papst überhaupt an der sogenannten Perdonanza Celestiniana teilzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Vergebungsfeier, die von Papst Cölestin V. eingeführt wurde. Cölestin trat als erster Papst der Neuzeit 1294 nach nur fünf Monaten im Amt zurück. Franziskus‘ unmittelbarer Vorgänger Benedikt XVI. hatte 2009 an Cölestins Grab gebetet. Dies wurde nachträglich als Hinweis auf seinen vier Jahre später erfolgten Rücktritt betrachtet. Der 95-jährige Benedikt lebt seit seiner Emeritierung in einem Kloster im Vatikan.

Vatikan-Experten sehen „haltlose“ Gerüchte
Die Spekulationen über den Papst-Rücktritt sorgen für Wirbel in Rom, doch viele Vatikan-Experten betrachten sie als haltlos. Franziskus habe noch viel vor und plane im Juli auch Reisen nach Kanada, in die Demokratische Republik Kongo und in den Südsudan. Außerdem sei er stark engagiert, Friedensverhandlungen im Russland-Ukraine-Krieg zu fördern.

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