Andrea Kimi Antonelli ist am Samstag am Shanghai International Circuit zu seiner ersten Poleposition gerast und hat damit Sebastian Vettel als jüngsten Polesetter der Formel-1-Geschichte abgelöst. Mit großen Problemen hatte sein Teamkollege George Russell zu kämpfen, der Brite rettete sich dennoch auf P2.
Kimi Antonelli kürte sich in einem dramatischen Qualifying im Alter von 19 Jahren und 201 Tagen zum jüngsten Pole-Setter der F1-Historie. Damit brach der Italiener die bisherige Bestmarke von Sebastian Vettel, der bei seiner ersten Poleposition in Monza 2008 bereits 21 Jahre alt gewesen war.
Die Startaufstellung:
Probleme bei Russell
Antonelli profitierte im Finale der Zeitenjagd auch von einem technischen Defekt bei WM-Spitzenreiter Russell, der kurz vor Ablauf der Uhr aber doch noch eine schnelle Runde drehen konnte und sich Startplatz zwei (+0,222 Sek.) für den zweiten Grand Prix der Saison am Sonntag (8.00 Uhr MEZ/live ORF 1, Sky) sicherte. Dahinter gehen die heuer für ihre Raketenstarts bekannten Ferraris von Hamilton (+0,351) und Leclerc (+0,364) ins Hauptrennen.
Teenager Antonelli blieb cool
„Ich bin wirklich glücklich. Schade, dass George dieses Problem gehabt hat“, sagte Antonelli, der sich den ersten Startplatz für den Grand Prix als erster Italiener seit Giancarlo Fisichella in Belgien 2009 sicherte. „Ich habe versucht, meinen Fokus zu behalten und eine gute Runde abzuliefern. Das habe ich geschafft.“
Russell war nach einem Wechselbad der Gefühle erleichtert. Zu Beginn des letzten Quali-Abschnittes war der „Silberpfeil“ des 28-Jährigen kurzzeitig auf der Strecke liegen geblieben, die Mercedes-Mechaniker brachten den Boliden unter Zeitdruck wieder an seine Leistungsgrenze. „Für mich war es definitiv Schadensbegrenzung“, betonte der Sprint-Sieger. „Wir haben das Lenkrad gewechselt. Ich hatte keine Batterie, keine Reifentemperatur und nur eine Runde. Das Team hat mich in diese Position gebracht, es hätte viel schlimmer sein können.“
Mercedes-Teamchef Toto Wolff klärte auf. „Zuerst ist uns der Gasdruck zusammengebrochen auf dem Frontflügel. Da hat das neue Klappsystem plötzlich nicht mehr funktioniert. Dann ist er im Gang stecken geblieben. Wir mussten dreimal all den Strom aus dem Auto saugen. Beim dritten Mal ist das Auto wieder gegangen“, sagte der Wiener im ORF und sprach von einer „verdienten Pole“ für Antonelli.
Startphase verspricht Spannung dank Ferrari
Wie schon in Australien sicherte sich Mercedes die erste Startreihe, nach den ersten beiden Kurven auf dem Shanghai International Circuit könnte aber ein anderes Team das Rennen anführen. „Wir müssen auf die Ferraris aufpassen, die sind so stark am Start. Das könnte ziemlich heikel werden“, wusste Russell. Hamilton freute sich freilich über den gelungenen Tag. „Ich bin wirklich glücklich, hier zu sein und dass die Saison so gut verläuft. Es wird eine Herausforderung. Aber ich bin sicher, dass wir Spaß haben werden“, sagte der Rekordweltmeister und grinste.
Zuvor hatte Russell mit seinem zweiten Sprint-Erfolg die WM-Führung ausgebaut. Der Brite liegt nach dem ersten von sechs Sprints elf Punkte vor Leclerc und Antonelli, der am Vormittag hinter Titelverteidiger Lando Norris nicht über den fünften Platz hinausgekommen war. Der von Position acht ins Rennen gegangene Red-Bull-Star Max Verstappen verpasste als Neunter nach Problemen beim Start die Punkteränge. Im Qualifying war für den Niederländer erneut Startplatz acht (+0,938) das Höchste der Gefühle.
Verstappen nach Problemen bedient
Die vielen Änderungen am Auto hätten „gar nichts“ gebracht, sagte Verstappen bedient. „Wir haben keinen Grip, keine Balance, Übersteuern, Untersteuern, alles.“ Auch die McLaren-Piloten Oscar Piastri (+0,486) und Norris (+0,544) waren mit den Rängen fünf und sechs im Qualifying nicht zufrieden. „Wir sind definitiv einen Schritt hinter Ferrari“, sagte Piastri. „Wir hätten nicht mehr herausholen können“, ergänzte Norris.
Im Sprint hatte der von Position vier gestartete Hamilton noch in der ersten Runde die Führung von Russell übernommen und lieferte sich in der Folge mehrere Duelle mit dem WM-Leader. Antonelli und Verstappen hingegen fielen von den Startplätzen zwei und acht weit zurück. Nach 6 von 19 Runden setzte sich Russell von den Ferraris ab. Dahinter schloss Antonelli, der nach einer selbst verschuldeten Kollision mit Isack Hadjar im zweiten Red Bull eine Zehn-Sekunden-Strafe kassierte, zum im Kampf befindlichen Scuderia-Duo auf.
In der 13. Runde war die Mercedes-Doppelführung wiederhergestellt, doch der defekte Audi von Nico Hülkenberg sorgte unmittelbar danach für eine Safety-Car-Phase. Antonelli saß seine Strafe beim Boxenstopp ab und fiel auf Platz sieben zurück. Beim Restart fuhr Russell seinen Verfolgern ohne Probleme davon. Antonelli betrieb mit Rang fünf im weiter tonangebenden Mercedes Schadensbegrenzung, Verstappen blieb als zwischenzeitlich 20. nach einer Aufholjagd ohne Punkte.
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