Steirische Tierwelt

Neuer Anschlag auf die Artenvielfalt

Steiermark
11.05.2022 18:55

Die nächste Woche steht im Zeichen der Artenvielfalt - eine neue Brachregelung bedroht allerdings die steirische Tierwelt massiv.

Artensterben in einem Rekordtempo, das beängstigend ist - das ist die aktuelle Situation in der Steiermark. Von Blauracken etwa, die früher beinahe auf jedem Strommasten saßen, sind heute noch vier (!) Brutpaare bestätigt. Von den Mehlschwalben wurden zuletzt 4250 gezählt.

Die rar gewordenen, brachliegenden Flächen brauchen Wildbienen, Rebhühner, Schwebfliegen und viele mehr zum Überleben. Um sie zu schützen, mussten Bauern mit mehr als 15 Hektar bislang 5 Prozent ihrer Äcker brach liegen lassen und bekamen dafür auch Förderungen.

In der Steiermark waren das bislang schon vergleichsweise überschaubar wenig: 3500 Hektar im Vergleich zu 125.000 Hektar Ackerfläche, vielfach Monokultur.

Jetzt wurde diese Brachregelung ausgesetzt. „Und von den 3500 Hektar sind zirka 1000 wieder in Nutzung gegangen“, erklärt Werner Brugner, Landwirtschaftskammerdirektor, den aktuellen Stand.

Die Aufregung versteht er nicht: „Das gilt ja nur für heuer, dann kommen neue Gesetze.“ Geplant ist, dass Bauern dann bereits ab 10 Hektar Grund nur noch vier Prozent für die Tierwelt „reservieren“ müssen.

Für Brugner ist die Lage klar: „Wir brauchen die Flächen für mehr Lebensmittelproduktion.“ Warum dann aber immer mehr Agrarflächen versiegelt oder für Fotovoltaik verwendet werden? „Das sind Themen, die wir ja ohnehin anprangern.“

Global 2000, heftiger Kritiker der Brache-Freigabe, hält dagegen: Geht man österreichweit von 9000 Hektar und einem durchschnittlichen Weizenertrag aus, so würden durch das Beackern dieser Fläche gerade einmal 0,1% der fehlenden Mengen aus der Ukraine ersetzt werden! Ein geringer Erfolg - zum Preis erheblicher Umweltschäden.

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