Trainer in China

Bergers Leben eingesperrt im Trainingszentrum

Salzburg
21.04.2022 10:00
400 Millionen Chinesen sind aktuell im Lockdown – und ein Salzburger Fußball-Trainerlegionär in Chengdu. Hans-Peter Berger über sein Leben in der 16-Millionen-Metropole, die wegen neun (!) Corona-Fällen abgeriegelt wurde. Der Liga-Start ist jedenfalls auf unbestimmte Zeit verschoben.

Große Teile Chinas sind derzeit im Corona-Lockdown, 400 Millionen Menschen betroffen. Auch Salzburgs Fußball-Trainerlegionär Hans-Peter Berger. Der als Torwartcoach von Chengdu mit seinem Rieder Ex-Mitspieler Jung-won Seo als Chef im Jänner in die höchste Spielklasse aufgestiegen ist.

Liga wäre am Samstag gestartet
Nun muss der 40-Jährige aber auf die Super-League-Premiere warten. „Die Liga wäre Samstag gestartet. Aber der Auftakt ist schon verschoben“, berichtet Berger aus Chengdu bei angenehmen 24 bis 28 Grad. Wo er mit seiner Truppe auf dem Trainingsgelände zwar zwei Einheiten täglich abspult. Spieler und Betreuer sind aber im Sportzentrum eingesperrt. „Die Tore sind verriegelt, es patrouillieren Polizisten.“

Nach 21 Tagen Hotel-Quarantäne nun Lockdown
Dabei verlief seine Rückkehr nach 21 Tagen Hotelquarantäne Anfang April noch „normal“. „Wir waren im Süden Chinas auf Trainingslager, haben dort sieben Testspiele gegen Erst- und Zweitligisten bestritten, kein Match verloren. Aber nach zwei Wochen wurden wir zurück beordert, weil sich die Corona-Lage verschlechterte. Vier Tage später mussten wir in Quarantäne.“ Die 16-Millionen-Stadt Chengdu wurde abgeschottet. „Dabei gab es nur neun bestätigte Fälle.“

In Schanghai ist Lage noch viel schlimmer
Die Maßnahmen halten auch viele Chinesen längst für unverhältnismäßig. Aber Berger und Co. geht es noch verhältnismäßig gut. „In Schanghai, wo zwei Super-League-Mannschaften beheimatet sind, geht gar nichts mehr. Dort ist es wirklich wild.“

 Sogar das Essen wird knapp. Diese Probleme kennt Berger nicht. „Aber mehr als dreimal um die Fußballplätze spazieren kann ich in der Freizeit nicht. Und wenn ich eine Zahnbürste brauche, wird sie per Lieferdienst zum Eingangstor gebracht und zuerst desinfiziert.“

„Man muss lernen, mit Umständen umzugehen“
Das China-Abenteuer, das für ihn im Herbst 2021 begann, will er aber nicht abbrechen. „Es gibt keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Man muss lernen, mit den Umständen umzugehen. Aber jeder brennt darauf, dass die Meisterschaft los geht.“ Sollte das um den 20. Mai der Fall sein, wird die erste Phase in einer Blase ohne Fans mit allen Teams an einem Ort gespielt.

„Bis dahin müssen wir uns gedulden“, weiß Berger. Der wenigstens mit Frau und Sohn daheim in Salzburg regelmäßig per Videotelefonie in Kontakt steht. Zumindest das Internet ist zum Glück nicht im „Lockdown“.

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