Hirnerkrankung

Scrapie-Schaf in Osttirol war ein Einzelfall

Tirol
17.06.2011 13:48
Das vergangene Woche bei einer Routinekontrolle in Osttirol entdeckte Schaf mit der Hirnerkrankung Scrapie dürfte ein Einzelfall gewesen sein. Laut Landesveterinärdirektion waren alle in einem Labor in Großbritannien untersuchten Proben negativ. Insgesamt wurden 93 Tiere gekeult, die mit dem vor vier Wochen aus Kärnten zugekauften Schaf in Kontakt gekommen waren.

"Die anderen Schafe mussten gekeult werden, um hundertprozentig sicher zu sein", erklärte Landesveterinärdirektor Josef Kössler am Freitag gegenüber ORF Radio Tirol. Eine Diagnose sei an lebenden Tieren nicht möglich.

Nachdem das siebenjährige Schaf verendet war, wurde die vorgeschriebene "Kadaverbeprobung" durchgeführt. Durch die Untersuchung stehe jetzt fest, dass es sich um einen "atypischen" Fall handle, der nicht infektiös sei.

Unheilbare Krankheit
Die Schafskrankheit Scrapie wird durch Eiweißkörper, sogenannte Prionen, ausgelöst. Die Erreger lösen im Gehirn schwammartige Wucherungen aus, die Tiere werden schreckhaft und leicht erregbar. Dazu gesellen sich bald Störungen im Bewegungsablauf, die Schafe magern ab und verlieren teilweise ihr Fell. Eine Heilung ist nicht möglich, die Erkrankung führt zum Tod.

Scrapie ähnelt dem Rinderwahnsinn BSE, ist nach derzeitigen Erkenntnissen aber für Menschen ungefährlich und kann nur von Tier zu Tier übertragen werden. Sowohl Scrapie als auch BSE zählen zur Gruppe der sogenannten transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE), der übertragbaren schwammartigen Gehirnerkrankungen.

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