Am LG Tirol gibt es am laufenden Band Verhandlungen über Gewalttaten, die Männer ihren Freundinnen antun. Am Mittwoch schilderte eine junge Frau einen Überlebenskampf: Alkoholisiert und zugekokst biss ihr Lebensgefährte sie in den Kopf, trat und würgte sie. Als sie auf die Straße flüchtete, verfolgte er sie mit einem Messer und zerrte sie zurück in die Innsbrucker Wohnung.
Kein Einzelfall. Kein Ausrutscher. In Anbetracht der Fülle an solchen Delikten sieht man: Das ist ein gesellschaftliches Problem. Im Prozess am Mittwoch musste sich ein 28-Jähriger verantworten, weil er auf seine Freundin losging.
Er sah aus wie in Teufel.
Das Opfer über den Angeklagten
„Ich habe seine Augen gesehen. Er sah aus wie ein Teufel’’, erzählt das Opfer. Beruhigungsversuche scheiterten: „Ich sagte, dass ich ihn liebe und dass wir einfach schlafen gehen sollten. Ich hatte Angst, dass etwas Schlimmes passiert.’’ Die Sorge war berechtigt: Laut der Frau habe er sie auf das Bett geworfen und gewürgt. Da sah sie: „In der Matratze steckte ein Messer.’’
Da dachte ich, dass ich wirklich sterben werde.
Das Opfer
Als er in die Küche ging, um zu koksen, sei sie geflüchtet. Weit kam sie nicht: Er folgte ihr. Mit dem Messer in der Hand. Er packte sie, sie schrie um Hilfe. Zwecklos. Er zog sie in die Wohnung. Hielt ihr Mund und Nase zu. Sie bekam keine Luft. „Da dachte ich, dass ich wirklich sterben werde.’’
Schreckliche Szenen danach
Als sie sich ohnmächtig stellte, steckte er seine Finger in ihre Vagina und trat ihr danach in den Magen. Als die Polizei kam, sprang er vom Balkon im dritten Stock, durchbrach ein Wellblechdach einer Garage und blieb auf einer Treppe liegen. Er überlebte knapp durch eine Not-OP.
Rechtskräftiges Urteil: 15 Monate Haft, davon fünf unbedingt. Da er fünf Monate in U-Haft war, ist er nun frei. Zurück zur Freundin darf er allerdings nicht: Wegweisung.
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