08.06.2011 14:38 |

Familiengeheimnisse

"Das Blaue vom Himmel" - Reise in die Vergangenheit

Marga erzählt "Das Blaue vom Himmel". Irgendwie scheint nichts von all dem zu stimmen, was die elegante ältere Dame von sich gibt. Ihre Tochter Sofia schiebt das auf die Demenz, an der ihre Mutter offensichtlich leidet. Nach und nach aber wird klar, dass hinter den Erinnerungsfetzen, die Marga so durcheinanderbringen, ein lange, zu lange gehütetes Familiengeheimnis steckt.

Nach den in seiner bayerischen Heimat und Kenia spielenden Filmen "Hierankl" und "Winterreise" erzählt Regisseur Hans Steinbichler nun ein deutsch-baltisches Familiendrama. Der auf zwei Zeitebenen in den 30er- und 90er-Jahren spielende Film lebt von der ungeheuren Präsenz von Hannelore Elsner. Sie spielt Marga, die mehr und mehr in der Vergangenheit lebt - damals, als sie noch in Lettland war, ihr geliebter Mann Juris sie betrog und sie schließlich mit einem Kind vor der Sowjetarmee nach Deutschland flüchtete.

Die 68-jährige Elsner spielt eine Frau, die aus Liebe ihr ganzes Leben auf einer Lüge aufgebaut hat. Zu ihrer Tochter, der Journalistin Sofia (Juliane Köhler), hat Marga ein sehr distanziertes Verhältnis. Fast ungehalten reagiert Sofia deshalb auch, als sie einen Anruf aus einer psychiatrischen Klinik erhält und gebeten wird, ihre aus einem Heim ausgebüxte Mutter abzuholen.

Marga erzählt ihrer Tochter von Ereignissen in ihrer alten Heimat, die dieser völlig fremd sind. Daraufhin beschließt die nicht ganz uneigennützig auch an eine journalistische Story denkende Sofia, sich zusammen mit Marga auf Spurensuche in Lettland zu begeben - dort geraten die Frauen in die revolutionäre Umbruchstimmung des Jahres 1991.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Die Die Themen Heimat und mit der Vergangenheit verwobene Familiengeheimnisse zählen zu den bevorzugten Sujets des Regisseurs Hans Steinbichler. Mit einer Riege fabelhafter deutscher Schauspielerinnen gewinnt dieses Historienmelodram mit seiner zwischen den Zeiten pendelnden sensiblen Dramaturgie Szene um Szene an Intensität, lotet ein Gefühlschaos von tragischer Dimension aus und verspricht schließlich Aussöhnung mit dem Gewesenen.

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