Obwohl von Tirols Landeshauptmann Günther Platter favorisiert, kommt die Nationalpark-Idee Karwendel nicht vom Fleck. Schwarz-Grün bremsten im Landtag.
Internationales Renommee, weltweites Echo und touristisch neue Möglichkeiten für zwei Landeshauptstädte wären der Preis für die „Beförderung“ des Naturparks Karwendel zum Nationalpark. Davon ist zumindest die Liste Fritz überzeugt, die LH Günther Platters in der „Krone“ geäußerte Idee aufgriff und im Landtag einen Grundsatzbeschluss herbeiführen wollte. Doch es war kein guter Tag für den Naturschutz in Tirol.
Denn auch die Grünen (!) suchten mehr nach Problemen denn nach Lösungen. „Auf Basis dieses Grundsatzbeschlusses hätten erste Gespräche mit Bürgern, Grundeigentümern, Nutzungsberechtigten, dem Bund und dem deutschen Nachbarbundesland Bayern stattfinden können“, erläutert Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint die Idee. Er habe bereits alle Mitglieder des Bayerischen Landtages kontaktiert und die Idee eines Nationalparks Karwendel übermittelt. „Die Rückmeldungen waren von Wertschätzung und Interesse geprägt!“
Nationalpark Touristische Jahrhundert-Chance
Das Karwendel ist das größte und älteste Schutzgebiet Tirols und bringt mit seinen knapp 1000 Quadratkilometern Fläche die besten Voraussetzungen für einen Nationalpark mit. „Mehr als 3000 verschiedenen Tierarten, mehr als 1300 Pflanzenarten und 340 Wasserquellen machen das Karwendel zum idealen Gebiet für den ersten länderübergreifenden, international anerkannten Nationalpark in Tirol“, sagt Sint. Er erkennt eine „Jahrhundertchance“ für den Naturschutz, für die Region und für einen neuen, naturnahen Tourismus in Tirol.
Der seit 1928 bestehende Naturpark sei „gut“, sagte LA Sint, „ein Nationalpark ist besser, auch, weil der Bund 50% der Kosten beim Nationalpark übernimmt.“ Naturschutz-LR Ingrid Felipe nahm im Landtag jedoch eine skeptische Rolle ein, gestützt auf einen Bericht der Umweltabteilung.
LHStv. Felipe gegen weitere Einschränkungen
101 Almen würden bewirtschaftet. Weitere Auflagen für sie seien „weder fachlich notwendig noch kann die Zustimmung der Betroffenen erwartet werden“. Der Nutzen für den Naturschutz sei gering, „die Besucher pilgern hin, egal, ob Natur- oder Nationalpark draufsteht“. „ÖVP und Grüne betreiben Diskussionsverweigerung, wenn sie nicht einmal darüber reden, Gemeinsamkeiten finden und die Machbarkeit ausloten wollen“, sagt Sint.
Beim Nationalpark Hohe Tauern sei auch nicht jeder sofort Feuer und Flamme gewesen. Vom Grundsatzbeschluss 1971, über die Errichtung 1981, bis zur Beteiligung Tirols im Jahr 1992 habe es viele Gespräche gebraucht.
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