22.03.2022 11:12 |

So berichten Medien

Krieg in Ukraine: „Heldenhafter Widerstand“

In den internationalen Medien ist der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nach wie vor das bestimmende Thema. So bewundert etwa die Prager Zeitung „Lidove noviny“ „den heldenhaften Widerstand der Ukraine gegen die russische Aggression“. Für die US-Zeitung „Star Tribune“ habe die NATO bewiesen, dass sie sich noch lange nicht überlebt hat.

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„Lidove noviny“ (Prag): „Wer bewundert nicht den heldenhaften Widerstand der Ukraine gegen die russische Aggression? Doch wir sollten nicht der Illusion erliegen, dass die Ukrainer schnell siegen werden. Das wäre eine gefährliche Fehleinschätzung. Wir sollten der Ukraine daher weitere Waffen liefern. Bei uns zu Hause sollten wir Wohnungen für die Kriegsflüchtlinge bauen und mehr Plätze in Schulen und Kindergärten für ihre Kinder schaffen. Es ist in Ordnung, wenn dies zum Preis einer höheren Staatsverschuldung geschieht. Denn es handelt sich um Investitionen in unsere Zukunft.“

„Star Tribune“ (Minneapolis): „Die NATO hat erneut bewiesen, dass sie sich noch lange nicht überlebt hat. In den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges hat sie damit gerungen, ihren Zweck zu finden und ihren Auftrag zu definieren. Jahrelang hat das Bündnis den Versuchen des damaligen Präsidenten Donald Trump standgehalten, seine Mitglieder zu schikanieren und es zu zerschlagen. Durch Russlands brutale Invasion in die friedliche, demokratische Ukraine, die vor mehr als 30 Jahren ihre Unabhängigkeit von der alten Sowjetunion erklärt hatte, ist die NATO nun aber wachgerüttelt worden. (...) Die NATO hat energisch reagiert.“

„The Times“ (London): „Die Russen werden versuchen, jeden Waffenstillstand zu nutzen, um ihre Streitkräfte wieder aufzurüsten und in der Zwischenzeit so viel Land entlang strategischer Korridore wie möglich zu erobern, damit sie bei einer eventuellen Einigung für einen erneuten Angriff gerüstet sind. Mariupol werden sie notfalls in Schutt und Asche legen. Der Westen sollte jede Ruhepause nutzen, um die ukrainischen Verteidiger in einer massiven Luftbrücke mit Waffen zu versorgen.“

„Corriere della Sera“ (Rom): „Joe Biden und der Westen stehen vor schwierigen Entscheidungen, die sie wohl nicht mehr korrigieren können. (...) Keiner kann vorhersagen, was Putin vor hat. Aber Bidens Regierung ist - anders als einige Europäer und auch die Türkei - inzwischen überzeugt, dass eine schnelle, diplomatische Lösung eine Illusion ist. (...)“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Der Krieg in der Ukraine tobt nicht irgendwo weit entfernt, er findet mitten in Europa statt. Es ist die erste Pflicht aller Europäer, Solidarität zu zeigen und eine sichere und würdige Bleibe für die Kriegsflüchtlinge zu bieten. (...) Der Westen muss Wege suchen, um Russland für das verursachte Leid zur Verantwortung zu ziehen.“

„De Standaard“ (Brüssel): „Es ist erstaunlich, wie schnell sich verachtete Feinde in Verbündete verwandeln können, wenn sich sicher gewähnte Verhältnisse ändern. Plötzlich ist das ölreiche Venezuela für die Vereinigten Staaten wieder ein Gesprächspartner und kein Schurkenstaat mehr. Es kommt Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm. Wenn der Wert wichtiger Ressourcen zu stark steigt, geraten langgeschätzte Grundsätze ins Wanken.“

„de Volkskrant“ (Amsterdam): „Die Internationale Energieagentur (IEA) rät westlichen Staaten, rasch kraftstoffsparende Maßnahmen zu ergreifen, um der Energieknappheit entgegenzuwirken, die droht, wenn die Ölzufuhr aus Russland bald versiegen sollte. (...) Kurzfristig ist es nicht möglich, genügend Öl und Gas von anderswo heranzuschaffen. Die einzige Stellschraube, an der Europa drehen kann, ist die Nachfrage. Man sollte erwarten, dass Regierungen alles in ihren Kräften stehende tun, um den Öl- und Gasverbrauch zu senken, doch davon ist vorerst nur wenig zu spüren.“

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