Das Fußball-Abenteuer China wurde für Hans-Peter Berger im Jänner gekrönt: Der Ex-Bundesliga-Goalie schaffte als Teil des Trainerteams von Chengdu den Aufstieg ins chinesische Oberhaus, die Super League. Derzeit ist der 40-Jährige auf Heimaturlaub. Wo ihn die „Krone“ im Sportzentrum Nord im Büro seiner Torwartakademie besuchte, er die verrückten vier Monate Revue passieren ließ. „Es ist ein Abenteuer. Aber ich habe nicht lange überlegt, als mich Jung Won Seo, mein Ex-Mitspieler in Ried und Chengdu-Trainer, im Juni gefragt hat, ob ich den Tormanntrainer mache.“
Drei Monate dauerte im Vorjahr Einreise-Vorbereitung
Drei Monate dauerte es dann, bis er nach China einreisen konnte – und in Peking 21 Tage im Quarantäne-Hotel verbringen musste. „Das größte Problem dort war die Ernährung. Ich habe nicht genau gewusst, was ich da bekomme, das Frühstück konnte ich gar nicht essen. Ich habe fast acht Kilo verloren.“
Verständigung im Training nur mit Dolmetscher
In der drei Flugstunden entfernten 16-Millionen-Metropole Chengdu lebte er dann in der Fußball-Akademie, war bestens versorgt. Das größte Problem: „Die Verständigung. Ich bin der einzige Europäer. Im Training geht alles nur mit Dolmetscher.“ Wie wird er selbst angesprochen? „Ich China bin ich einfach der Hans, Coach Hans.“ Das Niveau der Truppe? „Vielleicht vergleichbar mit Ried, Wattens oder Aufstiegskandidaten aus der 2. Liga. Allerdings weht in der Super League ein anderer Wind.“
Das Geld war nicht der größte Antrieb
Die große Frage: „Ob und wann ich wieder nach China zurückkomme. Ich wäre am 10. Februar geflogen, aber es wurden alle Flüge gestrichen. Die Einreisebestimmungen wurden wegen Olympia verschärft.“
Er hofft nun auf Anfang März – dann würden wieder 21 Tage Quarantäne warten. „Die Super League wäre richtig cool, wir haben ein neues Stadion für 60.000 Fans bekommen.“ War eigentlich das Geld sein größter Anreiz? „Das glauben viele, aber auch in China werden nicht mehr Unsummen bezahlt. Für mich war es der sportliche Reiz, in Österreich gibt’s nur zehn Tormanntrainerjobs.“
Frau und Sohn wären nicht „böse“
Falls er nicht mehr nach China reisen könnte, wären Frau und Sohn nicht böse. „Für die Familie ist es eine Challenge. Ein Kompliment an meine Frau, sie hat den Laden daheim geschaukelt.“ Und sie würde es wieder tun, wenn „Coach Hans“ ins Reich der Mitte zurückkehren darf.
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