Lockerungs-Bremse. Auch wenn die Neuinfektionszahlen in schwindelerregende Höhen explodieren, wird der Ruf nach Lockerung der Corona-Regeln immer lauter. Die Wirtschaft fordert die Rücknahme der 2-G-Regel im Handel, die Wissenschaft steht auf der Bremse. Man müsse unbedingt den Höhepunkt der Omikron-Welle abwarten, erst dann könne man lockern. Viele Argumente werden auch für die Aufrechterhaltung der viel kritisierten 22-Uhr-Sperrstunde ins Treffen geführt. Die Politik ist uneinig. Aus manchen Ländern kommen deutliche Signale für Öffnungen, unter anderem aus dem seit vielen Monaten sehr vorsichtige Wien dagegen klare Plädoyers für das Beibehalten von 2 G. Grundsätzlich ist ja das Bild, das unsere Politik in Sachen Corona-Bewältigung abgibt, ein zunehmend schlechtes. Dem widmet sich in der heutigen „Krone“ auch unser Innenpolitiker Klaus Knittelfelder in seinem Kommentar, in dem er einen Corona-U-Ausschuss thematisiert. So ein Ausschuss hätte viel zu behandeln - von der „holprigen Impfstoffbeschaffung“ über die „teils undurchsichtigen Milliardenhilfen“, schreibt Knittelfelder und setzt fort: „Ganz zu schweigen von allgemeinen Entscheidungsprozessen“. Ja, da gäbe es wirklich viel aufzuarbeiten. Aber, da macht sich unser Autor wenig vor - so ein Ausschuss scheint „kaum wahrscheinlicher als ein WM-Sieg Österreichs in Katar“. Dazu muss man wissen: Knittelfelder ist beim Fußball ähnlich kundig wie bei der Innenpolitik. Und so dürfte er mit seiner Prognose ins Tor treffen.
Kurz kein Pfau. Der Alt-Kanzler will kein Pfau sein: Seine selbstverordnete Abstinenz bei innenpolitischen Wortmeldungen unterbrach Alt-Kanzler Sebastian Kurz, als er gestern auf die tags zuvor veröffentlichte „Studie“ im Auftrag des Finanzministeriums aus dem Jahr 2017 reagierte. Diese Studie der tief in die ÖVP-Korruptionsaffäre verstrickten Meinungsforscherin Beinschab hatte tiefschürfende Erkenntnisse zutage gefördert - etwa, mit welchen Tieren Top-Politiker assoziiert werden. Kurz zum Beispiel mit Pfau, Eichkätzchen und Delfin. Im Raum stand umgehend, dass Kurz hinter dieser vom Finanzministerium mit 150.000 Euro bezahlten Studie stehen könnte. Dazu nahm er daher gestern Stellung, er habe von dieser Studie erst jetzt erfahren und wüsste auch nicht, was es ihm gebracht hätte, mit den genannten Tieren verglichen zu werden. Klingt plausibel - tatsächlich sind ja zumindest die Vergleiche mit Eichhörnchen und gar Pfau nicht sonderlich schmeichelhaft…
Einen schönen Freitag!
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