Sa, 23. Juni 2018

Air-France-Flug 447

02.05.2011 15:47

Flugschreiber gut erhalten: Absturz-Rätsel vor Lösung

Der mysteriöse Absturz von Air-France-Flug 447 im Juni 2009 könnte möglicherweise bald geklärt sein. Die Bergung des Flugschreibers aus dem Südatlantik (Bild) am Sonntag macht den Ermittlern neue Hoffnung, doch noch die Ursache der Katastrophe mit 228 Todesopfern zu finden. "Das Gehäuse scheint in einem guten Zustand zu sein", sagte der Chef der zuständigen französischen Untersuchungsbehörde Jean-Paul Troadec am Montag.

Die vom Flugdatenschreiber (FDR) und Stimmenrekorder (CVR) aufgezeichneten Informationen gelten als letzte große Hoffnung, den immer noch großteils rätselhaften Absturz des Airbus A330-200 noch aufzuklären. Der FDR registriert zahlreiche Parameter wie Höhe, Neigungswinkel der Maschine und Triebwerkseinstellungen. Der noch nicht geborgenen Stimmenrekorder nimmt während des Flugs alle Gespräche und Geräusche im Cockpit auf.

Bis heute weiß niemand genau, was sich in der Nacht zum 1. Juni 2009 an Bord der modernen Langstreckenmaschine abspielte. Klar ist nur, dass es bei Flug AF 447 mitten in einer Unwetterfront Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gab. Dies allein dürfte aber normalerweise nie zu einer solchen Katastrophe führen. Zuvor hatte es nicht einmal ein Notsignal gegeben.

Flugschreiber lag in 4.000 Metern Tiefe
Der Flugdatenschreiber der Unglücksmaschine war am Sonntag aus knapp 4.000 Metern Tiefe an die Wasseroberfläche geholt worden. Das Trümmerfeld auf dem Meeresboden hatten die Flugunfallermittler erst in diesem April nach mehreren erfolglosen Suchaktionen entdeckt. Ein Schiff der französischen Marine sollte den Flugschreiber nun an Land bringen, damit er zur Untersuchung nach Frankreich geflogen werden kann.

Neben den Angehörigen der Opfer setzen vor allem Air France und Flugzeugbauer Airbus große Hoffnungen in die Auswertung der Daten. Den Unternehmen wurde mehrfach eine Mitschuld an der Katastrophe vorgeworfen. Sie hoffen, dass die Aufklärung des Absturzes sie entlasten kann.

Der Tauchroboter zur Bergung der Wrackteile wird vom Spezialschiff "Ile de Seine" aus gesteuert. Es hatte sich am Karfreitag von Dakar (Senegal) aus auf den Weg zur Absturzstelle gemacht. Sie liegt rund 1.100 Kilometer von der brasilianischen Hafenstadt Recife entfernt. Im weiteren Verlauf der Bergungsaktion sollen nach Möglichkeit auch Leichen an die Meeresoberfläche gebracht werden. Lediglich 50 Opfer wurden nach dem Absturz tot im Wasser entdeckt, geborgen und identifiziert.

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