12.01.2022 17:25 |

Jihadisten-Prozess

Graz: Erneut IS-Anhänger auf der Anklagebank

Am Mittwoch hat in Graz der Prozess gegen zwei mutmaßliche IS-Anhänger begonnen. Die Angeklagten sollen junge Männer, auch Kinder, radikalisiert und für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Syrien-Krieg angeworben haben. Im Fokus steht erneut der radikale Taqwa-Verein, zu dessen Grazer Führungsriege der Hauptangeklagte gehört hat. Die Männer fühlen sich nicht schuldig.

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Die grausamen Bilder aus dem Syrien-Krieg und insbesondere die Gräueltaten des IS sind in den letzten Jahren um die Welt gegangen. Auch in Österreich - unter anderem in Graz - wurden Jihadisten rekrutiert und sind in den Krieg gezogen.

Grazer Verein als Drehscheibe für Extremisten
Am Mittwoch fiel am Straflandesgericht erneut der Startschuss für einen Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhänger. Ein 45-jähriger Nordmazedonier aus Graz - er sitzt in U-Haft - und ein 42-jähriger Bosnier, der in Wien lebt, müssen sich wegen der Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung, kriminellen Organisation und staatsfeindlichen Verbindung verantworten.

Beide sind unbescholtene Familienväter und sollen im Umfeld des radikal-islamischen Taqwa-Vereins „Werbung für die Teilnahme am Kampf des IS“ gemacht haben. Der Nordmazedonier war Führungsmitglied im Grazer Taqwa-Verein, der Bosnier soll eine Art Mittelsmann zwischen Graz und Wien gewesen sein.

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Es ist beängstigend, dass solche radikalen Vereine in Österreich existieren und auch an kleinen Kindern Gehirnwäsche vollziehen.

Der Staatsanwalt im Eröffnungsvortrag

Grausige Propagandafilme sollten Kinder umerziehen
„Es geht hier nicht um die Religion Islam, es geht um eine politische Ideologie des radikalen Islamismus“, stellte der Staatsanwalt in seinem Eröffnungsvortrag klar. Die hochkomplexe 270-seitige Anklage offenbart die grausame und verstörende Ideologie der sogenannten Takfiristen, eine besonders radikale Fraktion des IS - die wegen Massakern an Zivilisten selbst der IS-Führung irgendwann zu grausam wurde. Anhänger dieser irren Strömung sollen auch den Grazer Taqwa-Verein besucht und sich dort radikalisiert haben. „Äußerst blutrünstige Propagandafilme des IS wurden auch kleinen Kindern vorgeführt“, so der Staatsanwalt. Das sei Teil einer „religiösen Gegenerziehung“ gewesen.

Die Angeklagten bekennen sich nicht schuldig. Ihre Verteidiger betonten vehement, es gebe keinerlei Beweise. In den nächsten Wochen werden Zeugen und Gutachter geladen. Ein Urteil dürfte erst im Februar fallen. 

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