19.12.2021 11:38 |

Strahlenschutzbehörde:

Amulett gegen 5G-Funk entpuppt sich als radioaktiv

Rund um die emotionale Debatte über mögliche gesundheitliche Auswirkungen des neuen 5G-Mobilfunks hat sich ein lukrativer Markt gebildet: Anbieter aus aller Welt verkaufen Armbänder, Halsketterl oder Augenbinden, welche die gefürchtete Mobilfunkstrahlung absorbieren und den Träger schützen sollen. Wie die niederländische Behörde für atomare Sicherheit und Strahlenschutz ANVS festgestellt hat, stellen manche dieser Produkte jedoch mehr Risiko denn Schutz dar. Sie sind radioaktiv.

Das geht aus einem Bericht der ANVS hervor, aus dem unter anderem die britische BBC zitiert. Bei einer Untersuchung angeblicher 5G-Schutzmittel fanden die Strahlungsexperten zehn Produkte, die ionisierende Strahlung abgaben, also radioaktiv sind. Die Behörde warnt Käufer, dass derlei Produkte langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen können.

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Tragen Sie das nicht mehr, verstauen Sie es sicher und warten Sie auf Rücksendeinstruktionen.

Strahlenschutzbehörde ANVS

Bei den Produkten handelt es sich unter anderem um Aufkleber, ein Amulett und eine Schlafmaske. Sogar ein für Kinder gedachtes Armband entpuppte sich bei der Untersuchung der Behörde als radioaktiv. Sie mahnt Käufer der Produkte: „Tragen Sie das nicht mehr, verstauen Sie es sicher und warten Sie auf Rücksendeinstruktionen.“

5G laut WHO nicht fundamental anders als 3G und 4G
Der vermeintliche Schutz vor 5G-Mobilfunk kann im konkreten Fall also zur Bedrohung werden. Während die WHO 5G-Netzwerke bei der alltäglichen Nutzung nicht als gefährlich einstuft und darauf verweist, dass diese nicht fundamental anders als bestehende 3G- oder 4G-Netzwerke aufgebaut seien, sind die Auswirkungen radioaktiver Strahlung hinlänglich dokumentiert.

Die Verkäufer der Ware wurden von der Behörde über die Gesundheitsgefahr informiert, die von ihren Produkten ausgeht. „Der Verkauf ist illegal und muss unverzüglich gestoppt werden. Die Kunden müssen darüber informiert werden“, fordert ANVS die Händler zur Kooperation auf.

5G-Skeptiker sind europaweit große Zielgruppe
Die Verkäufer hatten eine bestimmte Zielgruppe im Visier: 5G-Skeptiker gibt es in Europa in großer Zahl. In den letzten Jahren gab es eine emotionale Debatte über den Mobilfunkstandard, die vereinzelt in Drohungen und Sachbeschädigung mündete. Von manchen Verschwörungstheoretikern wurde 5G gar für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht.

Eine Studie aus der Schweiz brachte das Phänomen mit einem generellen Behördenmisstrauen in Verbindung. Viele 5G-Gegner sehen auch keinen persönlichen Nutzen in 5G-Mobilfunk, sondern nehmen ihn ausschließlich als Bedrohung wahr. Fakten hätten auf diese subjektive Wahrnehmung kaum eine Auswirkung, erklärte der Psychologe Renato Frey.

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