Lokalaugenschein

Trotz Regelchaos gute Stimmung am Christkindlmarkt

Nach dem jüngsten Lockdown sind die Christkindlmärkte eine der Ersten, die öffnen durften. Beim Lokalaugenschein in Wien zeigten sich glückliche Besucher, nervöse Standler und ein Regelchaos.

Die Freude war Sonntagvormittag eigentlich groß, als die Christkindlmärkte nach dem jüngsten Lockdown wieder öffnen durften. Doch bei den ersten Besuchern auch sogleich verflogen, als am Eingang statt der 2G-Regel 2Gplus kontrolliert wurde - fälschlicherweise, denn ein Geimpft- oder Genesennachweis reicht für den Eintritt vollkommen. Der Veranstalter sprach von einem „Missverständnis“, die Stadt von einem „Hoppala“. Wer dafür letztendlich verantwortlich war, ließ sich nicht mehr eruieren. Fakt ist: 90 Minuten lang wurden Besucher fälschlicherweise weggeschickt.

Weihnachtsstimmung ist zurück in Wien
Als die „Krone“ am großen Eröffnungstag auf den beliebtesten Christkindlmärkten der Stadt vorbeischaute, war das Einlassproblem dann zum Glück gelöst. Freundlich, aber bestimmt wird man beim größten Weihnachtsspektakel der Stadt, auf dem Rathausplatz, nach dem Grünen Pass samt Lichtbildausweis gefragt. Dann ist man auch schon mitten im Geschehen.

Während in den frühen Nachmittagsstunden auf dem Adventmarkt auf dem Karlsplatz und im Weihnachtsdorf zwischen den Museen ein reges Treiben zu beobachten war, ist die Stimmung hier noch etwas ruhiger. Vorbei die Zeiten, als man dicht an dicht gedrängt durch die Massen geschoben wurde. Nur ab und zu kommt es zu kurzen Warteschlangen.

Vor allem vor den Punschständen und Gastroanbietern war dann aber doch einiges los. Laut Verordnung dürfen alle Produkte ausschließlich zum Mitnehmen angeboten werden. Die Stehtische zum Verzehren wurden dafür auch alle vorsorglich entfernt. Und tatsächlich: Beim „Krone“-Test zeigt sich, dass die Regeln genau eingehalten werden. Auf das Punschhäferl kommt ein Deckel, das Langos wird in Alufolie eingepackt. Das strenge Regime stört die Besucher nicht.

Diese Regeln gelten am Christkindlmarkt

  • Erwachsene: 2G-Nachweis  
  • Kinder (6 bis 11 Jahre): 3G-Nachweis  
  • Kinder (12 bis 15 Jahre): 2,5G-Nachweis  
  • Punsch und Co. gibt es nur als Take-away - die Konsumation muss 50 Meter entfernt vom Ausgabeort erfolgen  
  • Maskenpflicht gibt es keine, das Tragen wird aber empfohlen


Besucher glücklich, Standbetreiber nervös

Obwohl die Stimmung also recht gut und ausgelassen zu sein schien, und vor allem die Gäste glücklich waren, endlich wieder sorglos auf den Märkten zu bummeln, ergab sich im Gespräch mit einem Marktstandler ein anderes Bild. „Der Verordnungsdschungel ist für viele kaum mehr zu durchblicken. Außerdem sind auch die Standgebühren für heuer wieder kräftig erhöht worden! Man macht es uns schon ziemlich schwer“, klagt Walter Schandara, der einen von 821 Ständen auf den Wiener Christkindlmärkten betreibt. Auf dem Rathausplatz verkauft er Punsch und berichtet im „Krone“-Gespräch vom ersten Öffnungstag.

„Krone“: Wie war der erste Tag für Sie?
Walter Schandara: Gleich in der Früh gab es ein regelrechtes Chaos, weil uns seitens des Marktbetreibers in einem E-Mail 2Gplus angekündigt wurde.

Wie viel Verlust ist Ihnen durch den jetzigen Lockdown entstanden?
Ich kann die Verluste noch nicht genau beziffern, aber wir haben keine Chance, das alles wieder aufzuholen. Es war ja für drei Wochen alles geschlossen. Es war zwar an den Tagen, an denen wir bisher geöffnet hatten, zwar wirklich viel los, aber die Stimmung war schon im Vorhinein schlecht. Ich bin froh, wenn ich heuer nicht mit einem Defizit aussteige.

Wie wird das Take-away-Angebot umgesetzt?
Auf jedes Häferl Punsch muss eine Abdeckung aus Papier. Normalerweise würde ich auch Brote zum Mitnehmen anbieten. Diese müssen aber zum Mitnehmen in Styropor-Boxen verpackt werden. Daher lasse ich das jetzt einmal aus. Das ist der ganze Aufwand nämlich einfach nicht wert!

Endlich wieder ein Stückchen Normalität genießen
Der Tenor ist bei einer „Krone“-Umfrage auf dem Rathausplatz einhellig: Die Besucher sind froh, endlich wieder den Kopf freizukriegen und ein Stückchen Normalität zu genießen. „Vor allem für Kinder ist es ein echtes Erlebnis“, freut sich eine Anwesende. Dabei machen ihnen auch die strengen Regeln, wie 2G oder Take-away, keine Probleme. 

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Wir sind froh, dass jetzt wieder offen ist und man endlich wieder unter Leute gehen kann! Das haben wir in den letzten Wochen schon sehr vermisst.

Alina B. (18), Studentin

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Ich bummle gerne über den Markt und genieße wieder ein bisschen so etwas wie Normalität. Die strengen Regeln und Kontrollen sind absolut notwendig.

Doris K. (49), Angestellte

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Wir haben heute gemeinsam einen Ausflug nach Wien gemacht. Vor allem für die Kinder ist es ein echtes Erlebnis. Sie freuen sich sehr, hier zu sein.

Familie Huschka

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Die letzten Tage habe ich nur mit Lernen für meine Prüfungen verbracht. Es tut gut, mal wieder vor die Tür zu kommen und den Kopf freizukriegen.

Iman K. (19), Medizinstudentin

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Es ist wunderschön hier. Ich bin aus München angereist, und dort sind die Weihnachtsmärkte ja leider alle geschlossen zurzeit!

Christian M. (26), Angestellter

Nach dem dreiwöchigen jüngsten Lockdown gibt es somit noch für einige Tage die Möglichkeit, die weltberühmte Wiener Weihnachtsstimmung vor Ort auf den zahlreichen Adventmärkten auszukosten.

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