03.12.2021 18:25 |

„Humanitäre Geste“

Papst bringt zwölf Flüchtlinge aus Zypern nach Rom

Im Rahmen seiner derzeitigen Reise will Papst Franziskus zwölf Flüchtlinge von Zypern mit nach Rom bringen lassen. Dies teilte der Vatikan am Freitag mit. Die zypriotische Regierung hatte eine solche Geste bereits angekündigt, aber die Zahl von 50 Migranten genannt. Dem Vernehmen nach sind die zwölf Personen eine erste Gruppe. Weitere Personen der geplanten 50 Migranten sollen demnach noch vor Weihnachten folgen, sowie Anfang des nächsten Jahres.

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Diese „humanitären Geste“ solle die Apostolische Reise des Papstes nach Zypern und Griechenland begleiten, so der Vatikan. Einige der zwölf Migranten habe er am Freitagabend am Ende des ökumenischen Gebetstreffens begrüßt, so die Mitteilung des vatikanischen Pressebüros.

Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis hatte die „symbolische Initiative“ des Papstes als „in erster Linie deutliches Signal für eine dringend notwendige Überarbeitung der EU-Einwanderungspolitik“ bezeichnet.

Die Überstellung und Aufnahme der Migranten wird laut Vatikan-Angaben durch eine Vereinbarung zwischen dem vatikanischen Staatssekretariat, den italienischen und zyprischen Behörden ermöglicht. Zudem seien die Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Heiligen Stuhls und die katholische Gemeinschaft Sant‘Egidio beteiligt.

Zypern: Europaweit höchste Zahl an Asylanträgen pro Einwohner
Die Personen sollen aus Ländern des Nahen Ostens und Afrikas stammen und sich schon längere Zeit auf Zypern aufhalten. Die Insel verzeichnet in Europa aktuell die höchste Zahl an Asylanträgen pro Einwohner. Unter den Migranten, die Franziskus nach Rom bringen lässt, sind dem Vernehmen nach eine syrische Familie, ein Paar aus Kamerun und eine Mutter mit Kind aus dem Kongo.

Bereits bei seinem Besuch der Insel Lesbos 2016 hatte der Papst zwölf Flüchtlinge aus Auffanglagern auf der griechischen Insel mit nach Rom genommen. Diese wurden von kirchlichen Organisationen in Italien aufgenommen und betreut.

Bei seinem Besuch auf Zypern geißelte der Papst die Auswüchse der Migration und des Schleuser-Geschäfts mit harschen Worten. Bei einem Treffen mit Geflüchteten in der Hauptstadt Nikosia sagte der Pontifex am Freitag: „Das ist die Geschichte einer universalen Sklaverei!“ Das Oberhaupt der katholischen Kirche prangerte dabei die Gleichgültigkeit vieler an. „Wir sehen, was passiert“, sagte er. „Noch schlimmer, wir gewöhnen uns daran.“

„Folter und Sklaverei“
Das Sich-Gewöhnen sei aber eine „sehr schwere Krankheit, gegen die es kein Antibiotikum gibt“. Auch wohlhabendere Gegenden der Welt - etwa in Europa - machten sich schuldig, deutete der Papst an. Er erinnerte daran, dass Migranten oft abgewiesen oder in Lager gesteckt werden. Orte des Eingesperrtseins, „der Folter und der Sklaverei“, nannte Franziskus diese. Er erinnerte daran, dass sich heute viele Menschen wundern, wie im 20. Jahrhundert Internierungslager der Nazis oder von Stalin möglich waren. „Brüder und Schwestern, das passiert heute!“, unterstrich der Papst.

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