Auslastungslimit naht

Peak auf NÖ-Intensivstationen wohl diese Woche

Die Corona-Lage in Niederösterreich spitzt sich immer weiter zu. Denn während die Infektionszahlen zurückgehen, steigt die Auslastung in den Spitälern an. Derzeit müssen 110 Personen aufgrund der Schwere ihrer Corona-Erkrankung auf Intensivbetten behandelt werden. Im Rahmen eines Medientermins wurde am Montag bekannt gegeben, dass mit einer weiteren Zunahme zu rechnen ist. 

Während der Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen in der vierten Infektionswelle Mitte November erreicht wurde, steht der Peak in den NÖ-Spitälern leider erst noch bevor. „Ende dieser, Anfang nächster Woche“, wird dieser wohl erreicht sein, hieß es am Montag im Rahmen des Medientermins in St. Pölten. „Hätten wir zuletzt nicht planbare medizinische Leistungen deutlich reduziert, hätten wir heute kein einziges Intensivbett frei“, schilderte der NÖ-Intensivbettenkoordinator Dr. Christoph Hörmann.

„Auch die enorme Belastung für unsere Mitarbeiter in den Kliniken wird damit leider noch einige Wochen andauern“, weiß der zuständige Landesvize Stephan Pernkopf. Denn während Patienten normalerweise im Durchschnitt drei bis fünf Tage intensivmedizinisch behandelt werden müssen, seien es im Vergleich dazu bei Covid-Erkrankten zwischen zwei und vier Wochen. „Sofern sie es überleben“, wie Hörmann ergänzte. Einige Patienten seien sogar 100 Tage und mehr auf der Intensivstation. 

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Das Arbeiten auf Intensivstationen ist wie Holzhacken in einer 90-Grad-Sauna

Silvia Bockhorn, Pflege-Leiterin der Intensivstation am Universitätsklinikum Krems

Tägliche Gratwanderung
Wie hoch eben diese Belastung ist, schilderte Silvia Bockhorn, Pflege-Leiterin der Intensivstation am Universitätsklinikum Krems. „Derzeit arbeiten wir seit Monaten mit Höhen und Tiefen wirklich am Limit. Es ist jeden Tag eine Gratwanderung: Wie viel Personal ist vorhanden, damit ich die Patienten auch gut betreuen kann? Welche Patienten können operiert werden, und sind dafür auch Intensivbetten vorhanden?“

Die gute Nachricht überbrachte Karl Zwiauer, Mitglied des Nationalen Impfgremiums. Mit der Impfung habe man das Mittel in der Hand, die Pandemie zu beenden. „Die Immunantwort auf die dritte Impfung ist so gut, dass man davon ausgehen kann, dass man wahrscheinlich - wenn nicht wieder eine neue Variante dazukommt, die das Immunsystem vollkommen umgeht - mindestens neun Monate Schutz besteht“, schilderte der Fachmann.

Der dritte Stich sei vor allem für Ältere und Risikopersonen wichtig, eine Erkrankung wiederum „keine Garantie, nicht nochmals zu erkranken“, betonte er. Was die neue Variante Omikron angeht, lassen sich laut den NÖ Medizinern aufgrund fehlender Daten noch keine Aussagen treffen. 

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Wir müssen Ängste und Aggressionen abbauen, wir müssen einladen statt ausgrenzen, aber Freiheit braucht Solidarität!

spricht sich Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf für eine Impfpflicht aus.

Führend bei Drittstichen
Zumindest bei den Auffrischungen wurde aber eine positive Bilanz gezogen. Allein vergangene Woche haben 120.000 Menschen in Niederösterreich eine Injektion gegen Corona erhalten. 25.000 Stiche pro Tag sind laut Pernkopf mehr als bei der Hochphase im Frühjahr. Niederösterreich sei derzeit bei den Drittstichen auch „führend“. Auch in Regionen mit bisher niedriger Impfquote steige nun die Bereitschaft. 

„Keinerlei Verständnis“ zeigten Pernkopf und die Mediziner für Demonstrationen vor Kliniken wie am Wochenende in Baden. Man solle das Personal in Ruhe arbeiten lassen. „Es braucht Solidarität, wenn wir alle unsere Freiheit zurückbekommen wollen“, erklärte Pernkopf.  An die 40 bis 50 Impfgegner hatten am Samstag unter anderem mit Megafon vor dem Krankenhaus Baden protestiert. Anzeigen gab es keine.

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