17.12.2004 17:21 |

Essen-Gen

Die unsichtbare Gefahr im Essen

Das Fatale an genetisch veränderten Lebensmitteln ist: Man erkennt es weder am Geschmack noch am Aussehen. Und draufstehen muss es auch nicht in jedem Fall. Nicht überall, wo man kein „Gen-Food“ erwartet, ist auch keins drin. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte zu Bio-Produkten greifen.
"Denn Bio-Lebensmittel werden streng kontrolliert.Und zwar vom Stall bis in die Regale", bestätigt GLOBAL-2000-AktivistAndreas Bauer. Gleiches gilt für die Bio-Produktlinien dergrößten heimischen Supermarktketten: Dort werden nochstrengere Maßstäbe angelegt!
 
Ist manipulierte Nahrung in Österreich alsoüberhaupt kein Thema? Seit dem 18. April sollte jedenfallsalles anders sein. Denn ab diesem Stichtag ist im Regal füralle gentechnisch veränderten Lebensmittel eine verpflichtendeKennzeichnung vorgesehen. Ohne Ausnahme! Das Etikett muss daraufhinweisen, wenn ein Produkt aus gentechnisch verändertenMechanismen (GVO) besteht, solche enthält oder mit ihrerHilfe hergestellt wurde.
 
Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erbsubstanznoch nachweisbar ist oder nicht. "Genau das ist das Problem. DerGentest an Lebensmitteln ist extrem genau. Aber bei Erbsubstanz,die wir noch nicht kennen, versagt er", kontert Greenpeace-AktivistAxel Grunt. Und noch einen Haken hat die Verordnung: Genverunreinigungenbis zu 0,9 Prozent einer Zutat sind erlaubt. Amtlich kontrolliertwird vor allem von den Lebensmittelexperten der ÖsterreichischenAgentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz"AGES". Heuer wurden 400 Gen-Proben in den Labors analysiert.Nur eine einzige war über dem Grenzwert und nicht gekennzeichnet- ein Sojaprodukt aus dem Ausland! "Lebensmittel in Österreichsind von höchster Qualität", schlussfolgert "AGES"-GeschäftsführerDr. Bernhard Url.
 
Und auch Umweltschützer konnten keine Verstößeentdecken. Doch die Gengefahr lauert im Detail! GLOBAL-2000-SprecherBauer: "Es gibt noch keine Kennzeichnungspflicht für Produktevon Tieren, die gentechnisch verändertes Futter verabreichtbekommen haben! Anders bei den Biobauern, die auf jede Manipulation,sei sie chemischer oder gentechnischer Art, verzichten müssen."
 
Bleibt also nur der Einkauf beim Biobauern...
Freitag, 18. Juni 2021
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