Dreiparteien-Allianz

Ost-Umfahrung stößt auf heftigen Gegenwind in Linz

Schon im Februar 2015, als der damalige LH-Vize Franz Hiesl erstmals die Trasse der Linzer Ost-Umfahrung präsentierte, meinte SP-Stadtchef Klaus Luger: „Für mich ist klar, dass diese Variante in dieser Form nicht realisierbar ist.“ 6,5 Jahre später formiert er sich nun mit ÖVP und Grünen gegen die Transitautobahn.

„OÖ-Krone“-Leser kennen die einst favorisierte und 2019 endgültig von FP-Verkehrslandesrat Günther Steinkellner fixierte Trasse – siehe Grafik rechts – längst: Die 13,5 Kilometer lange Umfahrung soll von Treffling teils unterirdisch nach Steyregg führen, die Donau überqueren. Weiter geht’s entlang des Traunspitzes über Voest-Gelände und den Schiltenberg nach Ebelsberg, wo ein Tunnel sowie eine Unterflurtrasse errichtet werden sollen. Beim Knoten Ebelsberg würde die 4-spurige Autobahn dann an die A1 angeschlossen.

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Zu sagen, wir wollen etwas anderes, dass es, wie die Überprüfungen in den letzten Jahren gezeigt haben, nicht gibt, halte ich für einen schweren Fehler.

Günther Steinkellner, FP-Infrastrukturlandesrat

SPÖ, ÖVP und Grüne bilden Allianz
Doch das damals mit rund 750 Millionen Euro kalkulierte Megaprojekt stößt nun wieder einmal auf heftigen Gegenwind in Linz. SPÖ, ÖVP und die Grünen sprechen sich in einem gemeinsamen Gemeinderatsantrag entschieden gegen die geplante Transitautobahn aus. „Mit dem geplanten Verlauf durch den Schiltenberg und die Traun-Auen bringt sie für die Menschen, die im Süden von Linz wohnen, keine Verbesserung. Es braucht eine andere Lösung“, so Luger. Ins selbe Rohr stößt auch VP-Verkehrsstadtrat Bernhard Baier: „Ich stelle mich schützend vor die Bevölkerung im Süden, trete für eine stadtferne Variante ein.“ Genau diese wurde laut Steinkellner, „weil niemand freiwillig einen Umweg fährt, wenn er dafür zahlen muss“, in den ursprünglichen Überlegungen zuerst ausgeschlossen.

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Es ist wichtig und richtig, dass sich nun der Linzer Gemeinderat gemeinsam gegen die Ostumfahrung in ihrer derzeitigen Form ausspricht.

Klaus Luger, Linzer SP-Bürgermeister

„Verkehrskollaps“ zwischen Linz und Enns
„Danach wurde der Mittelbereich zwischen Linz und Enns untersucht. Man hat sich aber für die stadtnahe Trasse entschieden, weil der Raum zwischen Linz und Enns verkehrstechnisch vor einem Kollaps stehend ist. Das einzige was dort helfen würde, wäre die Osttangente mit der Anbindung der B1“, betont der Infrastrukturlandesrat. Der maximale Anrainer- und Umweltschutz würde im Fokus stehen, aber laut Steinkellner wäre man noch nicht so weit. „In der strategischen Prüfung wird angeschaut, ob man die Umfahrung überhaupt braucht. Wenn die Antwort mit ja ausfallen sollte, läge die Detailplanung bei der Asfinag.“

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Die Ostautobahn löst keine Verkehrsprobleme, im Gegenteil: Sie befeuert die Klimakrise zusätzlich, zerstört Naturräume und Naherholungsgebiete.

Eva Schobesberger, Linzer Umweltstadträtin (Grünen)

Volksbefragung käme zu früh
Auch eine Befragung der Linzer, wie es sein Parteikollege, Stadtpartei-Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr vorschlägt, hält Steinkellner für verfrüht: „Aktuell würde das Projekt noch keine zielorientierte Fragestellung zulassen.“

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Die Ostumfahrung darf keine Belastung, sondern muss eine Entlastung für Linz darstellen. In der derzeit geplanten Form ist dies nicht der Fall.

Bernhard Baier, Linzer VP-Verkehrsstadtrat

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