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Ein Nachbar zerstörte Lenis Kindheit brutal

Als Sechsjährige missbraucht, verschwieg das Mädchen Leni die Tat aus Angst um ihre Mama so lange, bis der seelische Druck heftige psychische Anfälle verursachte. Ein Assistenzhund namens „Ben“ soll nun helfen.

Es war ein Nachbar, der Lenis Kindheit im Jahr 2001 nachhaltig zerstört hat. Das bis dahin unbeschwerte Leben der Sechsjährigen aus dem Bezirk Wels-Land bekam auf brutale Weise Risse, die bis heute nicht gekittet werden konnten.

Schwester war Augenzeugin
Das kleine Mädchen fiel einer Vergewaltigung zum Opfer. Ihre Schwester Carmen kam dazu und wurde Zeugin der Schändung. Der Siebenjährigen gelang es, den Nachbarn von Leni runterzuholen. Allerdings: Für den Fall, dass die Geschwister ihn verraten sollten, drohte er ihnen, ihrer Mama Schreckliches anzutun. Aus Angst um sie schwiegen Leni und Carmen und blendeten zum Selbstschutz die kriminelle Tat schließlich gänzlich aus.

Verdrängung
Diese Verdrängung wirkte sich bei der kleinen Leni aber fatal aus. Denn ab diesem Zeitpunkt veränderte sich ihr Wesen massiv. Aus dem quietschvergnügten, aufgeweckten Mädchen wurde ein ängstliches, verschlossenes und pessimistisches Kind. Die Eltern hatten dafür keine Erklärung, auch Psychologen waren ratlos. Im Alter von etwa zehn Jahren begann Lenis seelische Schutzmauer zu bröckeln, plötzlich erinnerte sie sich wieder an das Geschehene, vertraute sich aber niemandem an.

Große Panik vor Männern
Hysterische Anfälle und Panikattacken nahmen bei ihr zu – Leni verhielt sich in den Augen ihrer Umwelt auch immer seltsamer. Beispielsweise stieg sie in keinen Bus mehr ein, der von einem Mann gelenkt wurde, oder sie bestellte im Restaurant bei keinem Kellner. Selbst vor Ärzten hatte sie Angst.

Zusammenbrüche
Leni begann dann eine Glasbautechniker-Lehre, doch am Ende des 2. Lehrjahrs wurden ihre Anfälle so extrem, dass sie die Ausbildung abbrechen musste. Es kam immer öfter vor, dass sie aus heiterem Himmel plötzlich zusammenbrach und das Bewusstsein verlor. Dabei erlitt sie mehrfach Gehirnerschütterungen und brach sich die Rippen. Auslöser für die Anfälle war und ist meist irgendein winziger Reiz, wie beispielsweise ein Geruch, der dann einen Kollaps zur Folge hat. Die junge Frau kann sich inzwischen nur noch mit Rollator oder Rollstuhl fortbewegen.

Psychische Traumata
Körperlich fanden Mediziner bei Leni nichts. Sie begann, sich am Oberschenkel blutig zu ritzen, und wurde von starken Halluzinationen gequält. Schließlich wurde eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung mit dissoziativen Anfällen und Depressionen als Folge des Missbrauchs diagnostiziert. Sie absolvierte etliche Therapien mit meist nur mäßigem Erfolg. Als weiteres Krankheitsbild stellte sich leider noch eine Depersonalisierung ein – Leni hat Phasen, in denen sie sich und die Umwelt nicht mehr erkennt.

Lichtblick namens „Ben“
Doch nun gibt es für die junge Frau einen Hoffnungsschimmer namens „Ben“. Der im August geborene Vierbeiner wird für Leni gerade zum Assistenzhund ausgebildet. Kosten: 20.000 Euro. Ben wittert vorab, wenn ein Anfall bevorsteht. Er schlägt Alarm, kümmert sich um sie und versucht zu beruhigen. Seit er bei ihr ist, gibt es auch schon erste Erfolge: Leni ritzt sich nicht mehr und hat keine Halluzinationen.

Bitte helfen auch Sie!
Liebe Leser, wenn Sie in dem Fall helfen möchten, spenden Sie bitte unter dem Kennwort „Leni“ an das „Krone“-Sonderkonto bei der Hypo Oberösterreich:

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Von
Jürgen Pachner
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Dienstag, 07. Dezember 2021
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