08.11.2021 16:49 |

Jobannonce polarisiert

Wirbel um „unangekündigte Besuche“ im Homeoffice

Angesichts steigender Infektionszahlen arbeiten Bürokräfte derzeit wieder vermehrt im Homeoffice, manch eine Firma sucht in Jobannoncen gezielt Personal für die Telearbeit. Eine Anzeige des Spielzeugherstellers Mattel verbreitet sich in diesem Zusammenhang in sozialen Netzen: Darin fordert der Arbeitgeber die Bereitschaft, bei der Heimarbeit mit unangekündigten Besuchen der Vorgesetzten zu rechnen.

In der Stellenanzeige, die auf Twitter kursiert, äußert Mattel recht genaue Vorstellungen davon, wie Homeoffice nach Ansicht des Spielwarenkonzerns in der Praxis abzulaufen habe.

Bewerber müssen demnach einen Heimarbeitsplatz „ohne Ablenkungen“ wie Haustiere, Kinder, Maschinen, Musik oder Gespräche vorweisen, zumindest einen Internetanschluss mit 10 Megabit pro Sekunde Downloadrate haben, „Freiheit von anderen Verpflichtungen“ mitbringen - und mit unangekündigten Besuchen des Abteilungsleiters rechnen.

Stellenangebot löste Shitstorm aus
Bei den Nutzern sozialer Netzwerke sorgte die Stellenausschreibung für Staunen: Sie spreche nicht unbedingt dafür, dass Mattel seinen Angestellten ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringe, kritisieren viele.

Vor allem die unangekündigten Besuche stoßen vielen sauer auf, aber auch die Anforderungen an den Heimarbeitsplatz werden kritisch gesehen. Diese würden auch in den meisten Büros großer Unternehmen nicht erfüllt - etwa durch laute Kollegen im Großraumbüro oder schlicht durch Baustellenlärm vor dem Firmengebäude.

Annonce wurde nach Aufschrei modifiziert
Die Mattel-Tochter American Girl suche nach Kundendienst-Mitarbeitern für das Weihnachtsgeschäft, berichtet „Business Insider“. 250 Personen habe man für diese Tätigkeit bereits eingestellt, heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns, der die Echtheit der Stellenausschreibung bestätigte.

Die Anforderung an den Arbeitsplatz begründet man damit, dass nur so die gebotene Diskretion im Kundenkontakt möglich sei. Die unangekündigten Besuche des Vorgesetzten wurden nach dem öffentlichen Aufschrei aber wieder aus der Annonce getilgt.

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