08.11.2021 07:48 |

In Gedenken an Unglück

Marterl für Tiroler mit Blick auf Mount Everest

Auf dem höchsten Gipfel der Erde stehen und die Schönheit der Gebirgswelt genießen - das war der größte Wunsch eines Tirolers. Doch ein Unglück riss den jungen Alpinisten jäh aus dem Leben. Im ständigen Kontakt mit der „Krone“ und einer Freundin der Familie setzten drei burgenländische Bergsteiger dem Toten im Himalaja ein Denkmal, während sie sich auf einer schwierigen Tour befanden.

Für ihn gab es nur das Abenteuer: Fast jede freie Minute hatte der Zillertaler Christopher Mayer auf den Tiroler Bergen verbracht. Im Oktober 2016 war der damals 25-Jährige unter eine Lawine geraten und starb. Zeit seines jungen Lebens hatte der begeisterte Alpinist den Traum, den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest (8848 m), zu erklimmen.

Den Herzenswunsch konnten erst die trauernden Eltern erfüllen. Ein Expeditionsteam unter der Leitung von Lukas Furtenbach vom Innsbrucker Adventures-Veranstalter hinterließ ein spezial gefertigtes Foto und teils die Asche des Verstorbenen in einer Kapsel auf dem Mount-Everest-Gipfel – die „Tiroler Krone“ berichtete.

Monate vergingen. An unsere Redaktion gewandt hatte sich eine Freundin von Christophers Familie. Sie las über eine neue Tour von Hans Goger im Himalaja-Gebirge. Mit Florian Bruckner aus dem Bezirk Oberpullendorf und Roland Graf aus dem Bezirk Güssing unternahm der Bergsteiger die erste rein burgenländische Expedition. „Es wäre schön, wenn die drei an Christophers letzter Ruhestätte Grüße überbringen könnten“, schrieb die Frau.

„Der Vollmond ging auf“
Ihr E-Mail leitete die „Krone“ an das Trio weiter, das sich bereits auf einer extrem schwierigen Tour befand. „Wir gehen zwar nicht auf den Everest, aber zu einem wunderschönen Nachbargipfel, zur 6814 Meter hohen Ama Dablam“, antwortete Goger. Ganz spontan errichteten er und die beiden Kameraden knapp unterhalb des Gipfels des Gokyo Ri (5357 m) im Nordosten Nepals an einer windgeschützten Stelle ein Denkmal für Christopher.

„Als wir das Marterl eingeweiht haben, ging dahinter über dem Mount Everest der Vollmond auf“, schildert Goger den berührenden Moment. Die Tiroler Familie zeigte sich gerührt: „Christopher ist uns immer noch ganz nah.“

Karl Grammer
Karl Grammer
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